Sonntag, 27 September 2020
A+ R A-

Nachhaltig handeln - als Kirchengemeinde, Unternehmen, Einrichtung

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Abendmahl unter Corona-Bedinungen. Nachhaltig?

Gottesdienste in unseren Kirchen finden landauf, landab wieder statt - jedoch unter verschärften Hygiene-Bedingungen. Für die Abendmahlsfeier heißt das, entweder auf die Ausgabe von Wein bzw. Saft zu verzichten, die neuartigen Wein-Brot-Hostien des diakoneo Neuendettelsau zu verteilen oder Einzelkelche zu verwenden.

Doch wie steht es um deren Nachhaltigkeit? Christine Theilhammer-Dürr und ihr Kirchenvorstand aus Geilsheim wollten das ganz genau wissen, bevor sie eine entsprechende Anschaffung tätigten. Dass Plastik-Einmal-Becher nicht in Frage kommen, war von vornherein klar. Glas sah vielen zu sehr nach Schnapsglas aus, Edelstahl kam schnell als Alternative in den Blick. Stahlproduktion jedoch ist energieintensiv, die Weiterverarbeitung geschieht meist in Indien oder Asien, Regionen also, in denen immer noch Kinderarbeit anzutreffen ist.

Chutney-Dosen als Abendmahlsgefäße!"Ich will doch nicht, dass am 'Kelch des Heils' das Leiden von Kindern klebt", sagt die Pfarrerin - und fragte deswegen bei einschlägigen Herstellern nach. Ihr ernüchterndes Ergebnis: Keiner der Spezialanbieter konnte Auskunft über die ökologische und soziale Nachhaltigkeit seiner Produkte geben.

Fündig geworden ist die Gemeinde dann im Greenpeace-Warenhaus: "Die Chutney-Döschen haben die ideale Größe - in die Deckel können wir sogar schon die Hostien legen (im Bild deutlich zu erkennen). Die Austeilung geht dadurch garantiert kontaktlos.", schwärmt Theilhammer-Dürr. Sie hofft auf möglichst viele Nachahmer*innen!

Im Kirchenkreis Augsburg sind als Alternativen zu erleben: Likörbecher aus Waffeln und Weintrauben anstatt Wein, die Traube wird vor dem Gottesdienst mit einem Zahnstocher auf den Brotstücken befestigt.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Ehrfurcht vor dem Leben - Umwelt- und Klimaschutz in Kirchengemeinden

UBA Wie man Cover

Ehrfurcht vor der Leben - die Corona-Pandemie hat vielen neu in Erinnerung gerufen, wie fragil unser Leben sein kann. Als Christinnen und Christen bekennen wir, dass Gott ein Liebhaber des Lebens ist, und zwar des Lebens aller Geschöpfe. Umwelt- und Klimaschutz beginnt daher mit Ehrfurcht vor dem Leben, das Gott geschaffen hat.

Was uns zu Umwelt- und Klimaengagement motiviert und wie man als Kirchengemeinde damit beginnt, das sind Themen, welche die eine von Hans Diefenbacher, dem Umweltbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, herausgegebene Broschüre behandelt. Kurze, prägnante Beiträge, die Lust machen zum Engagement!

PDF zum Download, gedruckte Exemplare zum Preis von 2 Euro pro Stück können Sie bei der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen.

Dateien:
pdf.png Wie man beginnen kann - Umwelt- und Klimaschutz in Kirchengemeinden Beliebt

Motivation und Schritte zu Umwelt- und Klimaengagagement in Kirchengemeinden.

Datum Freitag, 31. Juli 2020 10:12 Dateigröße 2.92 MB Download 242 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Nachhaltig einkaufen in der Kirchengemeinde - das Beispiel Augsburg St. Thomas

Was eine Kirchengemeinde einkauft, erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Aber in der Summe ist es doch eine ganze Menge. Und Menschen, die Gemeindeveranstaltungen besuchen, machen sich Gedanken darüber, was sie dort angeboten bekommen. Die Kirchengemeinde St.Thomas in Augsburg hat daher eine Beschaffung-Richtlinie(B-RL) erarbeitet und die Gemeindeglieder eingebunden.

Weiterlesen: Nachhaltig einkaufen in der Kirchengemeinde - das Beispiel Augsburg St. Thomas
  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Wasser - unser wichtigstes Lebensmittel.

Das zweite trockene Jahr in Folge hat deutlich gemacht, dass wir auch in Deutschland mitten im Klimawandel stecken. Karlheinz Lauterbach, Umweltbeauftragter der Kirchengemeinde Gesees (Kirchenkreis Bayreuth), hat Vorschläge bereit, wie Kirchengemeinden und Privathaushalte verantwortlich mit Wasser umgehen können:

Die Landwirte klagen, dass ihnen eine Menge Futter fehlt, weil es so wenig geregnet hat. Ich selbst sehe den Wassermangel deutlich, weil wir hier in Gesees noch eigene Quellen haben. Unser Überlauf speist einen kleinen Weiher, in dem Fische leben. Seit Wochen läuft hier kein Wasser zu und wir mussten schon tote Fische rausholen. Im Nordbayerischen Kurier stand, dass die Waldbesitzer große Probleme bei Fichten und Kiefern haben, auch in Berneck an der Kirchleite kann man die vertrockneten Bäume sehen und ganz hinten im Ölschnitztal kurz vor der Waldlust mußten jede Menge Bäume gefällt werden.

Am 3. September stand in unserer Lokalzeitung, dass in manchem Bachbett kein Wasser mehr fließt. Es ist zu lesen, dass Nordostoberfranken als extrem trocken eingestuft wurde. Die anhaltende Trockenheit wirkt sich verhängnisvoll auf den Grundwasserspiegel aus. Teilweise ist er seit 2012 um 3,5 bis 4,3 m gefallen. Pressesprecherin Wenke Berling vom Wasserwirtschaftsamt Hof betont, dass bei weiterer Abnahme der Niederschläge die Sicherheit der öffentlichen Wasserversorgung örtlich infrage steht.

Was können wir als Bürger nun tun?  Wenn es einmal regnet, müssen wir jeden Liter soweit möglich auffangen, um das kostbare Trinkwasser zu schonen. Als es das letzte mal regnete, (ungefähr 30 l/m2) habe ich ca. 3000 l Regenwasser in meinen Regentonnen und Großbehältern gesammelt, die wir zum Gießen verwenden.

Der Lehrstuhl für Klimaforschung hat bereits vor ca. 10 Jahren vorausgesagt dass ab dem Jahr 2025  Landwirtschaft in Oberfranken nur noch mit künstlicher Bewässerung möglich sein wird. Wer hätte damals daran geglaubt.

Nach Aussage der Klimaforscher und Landwirte wird es problematisch, wenn es nach der Aussaat im März/April ungefähr 1 ½ bis 2 Monate nicht regnet, dann kann man eine Ernte vergessen. Auf meine Nachfrage habe ich erfahren, dass es nach der Saat ungefähr 5 l/m2 braucht, dass diese aufgehen kann.

Die meisten Landwirte verfügen über große Dachflächen ihrer Scheunen, Maschinenhallen und Ställen, da kommt eine Menge Regenwasser zusammen. Interessehalber habe ich einmal nachgefragt, was denn ein Betonbehälter für Wasser mit einem Fassungsvermögen von 1000 m3 ungefähr kosten würde. Interessant war, dass die Firma dieses als eine der kleinsten Güllebehälter bezeichnet hat, bei einem Durchmesser von 18 m und einer Tiefe von 4 m. Die reinen Kosten dafür liegen laut Auskunft bei ca. 40 000 € netto, dazu kommen noch die Vorbereitung des Standortes, Untergrund Zufahrt usw.

Laut Statistik verbraucht jeder Mensch durchschnittlich 120 Liter pro Tag. Der Löwenanteil des kostbaren Trinkwassers geht durch das WC und die Waschmaschine. Meiner Meinung nach ist das unverantwortlich. Manche Gemeinden (z.B. Neudrossenfeld) haben schon vor Jahren in Neubaugebieten Regenwasserzisternen vorgeschrieben, um dafür das sogenannte “Grauwasser“ zu verwenden. Das hatten wir als Bund Naturschutz schon vor ca. 20 Jahren bei der Ausweisung des Baugebietes Roter Hügel dem Stadtrat vorgeschlagen, doch damals hieß es, das lohnt sich wirtschaftlich erst, wenn der Wasserpreis bei 6 DM/m3 ! liegen würde. Sie wissen sicher, dass Bad Berneck einen der höchsten Wasserpreise im Landkreis hat, momentan liegt der Preis für Wasser-Abwasser und Niederschlagswasser bei 7,17€. Jeder, der die Absicht hat zu Bauen, sollte daran denken und eine Regenwasser-Zisterne einplanen, denn die Trinkwasser Knappheit wird sich nicht entspannen sondern eher noch verschärfen. Wir müssen Trinkwasser einsparen, wo es nur geht.

Foto: Echino, pixelio.de

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Mit kreativen Ideen Verantwortung für die Schöpfung übernehmen!

Umweltmanagement mit dem Grünen Gockel, eine bunte Blühwiese vor dem Gemeindehaus, ein Lastenfahrrad für alle Gemeindeglieder zum Ausleihen - Kirchengemeinden haben viele kreative Ideen, wie sie Verantwortung für Gottes Schöpfung übernehmen können. Vieles davon hat auch ins Integrierte Klimaschutzkonzept für die ELKB Eingang gefunden.

Andrea Seidel und Axel Mölkner-Kappl dokumentieren einige der guten Beispiele auf der Webseite der ELKB!