Sonntag, 05 April 2020
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  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Passionszeit ist Zeit zum Nachdenken, zum Besinnen. Viele von uns haben aufgrund der Ausgehbeschränkungen derzeit viel Zeit dazu. Christian Schümann, Pfarrer im Ruhestand und Mitglied der kirchlichen Umweltkonferenz hat am 15. März 2020 über Unaufschiebbares, Krisenzeiten und Gottvertrauen gepredigt. Seine Botschaft - mit den Worten des Sonntags Okuli: Richten wir unsere Augen nicht nur auf das, was uns gerade bedroht, sondern schauen wir nach vorne, voller Vertrauen auf Gott!

Die ganze Predigt zum Nachlesen finden Sie auf der nächsten Seite:

(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

Weiterlesen: Gottvertrauen in Zeiten der Krise - Predigt von Christian Schümann
  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Das Jahr 2050 scheint noch weit weg - doch Entscheidungen, die wir heute treffen, können Auswirkungen bis in die Mitte des Jahrhunderts haben. umwelt-mitwelt-zukunft geht der Frage nach, was Kirchen(gemeinden) tun und beachten müssen, um einen angemessenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

(Foto: Mitglieder der Evangelischen Landjugend vor der PV-Anlage des EBZ Pappenheim. cELJ)

Dateien:
pdf.png UM 84 - Klima schützen! (März 2020) Beliebt

Klimaschutz in den Kirchen ist der Schwerpunkt von umwelt-mitwelt-zukunft Nr. 84 (März 2020)

Datum Montag, 16. März 2020 12:46 Dateigröße 1.13 MB Download 474 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Was eine Kirchengemeinde einkauft, erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Aber in der Summe ist es doch eine ganze Menge. Und Menschen, die Gemeindeveranstaltungen besuchen, machen sich Gedanken darüber, was sie dort angeboten bekommen. Die Kirchengemeinde St.Thomas in Augsburg hat daher eine Beschaffung-Richtlinie(B-RL) erarbeitet und die Gemeindeglieder eingebunden.

Weiterlesen: Nachhaltig einkaufen in der Kirchengemeinde - das Beispiel Augsburg St. Thomas
  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Plastik begegnet uns täglich und überall in verschiedenster Gestalt, sei es als Verpackung von Lebensmitteln, als Einkaufstüten, aber auch als Mikroplasik in Kosmetikprodukten, sogar in manchen Zahnpasten. Karlheinz Lauterbach, Umweltbeauftragter der Kirchengemeinde Gesees (Kirchenkreis Bayreuth), zeigt, wie sich Plastik reduzieren lässt:

Das Grundproblem beim Plastik ist, dass es als nicht natürlicher Rohstoff sehr beständig ist, eine Wegwerfwindel oder eine Plastikflasche verrottet so langsam, dass es ca. 450 Jahre dauert.

Kleine Teile gelangen in die Umwelt, wo sie von Vögeln oder Fischen mit der Nahrung aufgenommen werden und so in unsere Speisen gelangen. Allein in Deutschland landet jede Minute ca. 1 Tonne Plastik im Meer. Durch Strömungen wird der schwimmende Müll in großen Arealen zusammengetrieben. Im Pacifik z. B. bedeckt er eine Fläche, die so groß ist wie Mitteleuropa.

In verendeten Walen werden immer Plastiktüten oder andere Teile gefunden, die nicht verdaut werden können, so dass diese imposanten Tiere qualvoll verhungern.

Verschiedene Inhaltsstoffe im Kunststoff (z.B. Weichmacher) in Getränkeflaschen sind gesundheitlich bedenklich, einige von ihnen erhöhen das Krebsrisiko oder stören den Hormonhaushalt im Körper.

Welche Tips kann ich ihnen geben? Vermeiden Sie Plastik wo immer es möglich ist, hier einige Beispiele. Reis nicht im Kochbeutel sondern lose kaufen. In der Metzgerei frische statt eingeschweißte Lebensmittel nehmen. Bananen sind durch die Schale geschützt und benötigen keine Plastikverpackung. Zum Einkaufen einen Korb oder eine Stofftasche mitbringen. Joghurt im Pfandglas statt Plastikbecher kaufen. Kann es auch Waschpulver im Karton statt Flüssigwaschmittel in der Kuststofflasche sein? Können Sie sich vorstellen wie viel Plastikmüll allein durch den „coffee to go“ entstehen?

Viele Plastikprodukte können wir nicht einfach aus unserem  Alltag verbannen – angefangen beim Handy und Computer bis zum Kühlschrank, aber muss es jedes Jahr das neueste Handy oder Laptop sein? Achten sie auf langlebige Produkte, statt Wegwerf-Artikeln, das hilft uns weiter.

Zur weiteren Information empfehle ich Ihnen folgende Quelle:

https://www.smarticular.net/mein-tag-mit-plastik-zwischen-bequemlichkeit-und-veraenderung/

Foto: Alexandra H., pixelio.de

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Das zweite trockene Jahr in Folge hat deutlich gemacht, dass wir auch in Deutschland mitten im Klimawandel stecken. Karlheinz Lauterbach, Umweltbeauftragter der Kirchengemeinde Gesees (Kirchenkreis Bayreuth), hat Vorschläge bereit, wie Kirchengemeinden und Privathaushalte verantwortlich mit Wasser umgehen können:

Die Landwirte klagen, dass ihnen eine Menge Futter fehlt, weil es so wenig geregnet hat. Ich selbst sehe den Wassermangel deutlich, weil wir hier in Gesees noch eigene Quellen haben. Unser Überlauf speist einen kleinen Weiher, in dem Fische leben. Seit Wochen läuft hier kein Wasser zu und wir mussten schon tote Fische rausholen. Im Nordbayerischen Kurier stand, dass die Waldbesitzer große Probleme bei Fichten und Kiefern haben, auch in Berneck an der Kirchleite kann man die vertrockneten Bäume sehen und ganz hinten im Ölschnitztal kurz vor der Waldlust mußten jede Menge Bäume gefällt werden.

Am 3. September stand in unserer Lokalzeitung, dass in manchem Bachbett kein Wasser mehr fließt. Es ist zu lesen, dass Nordostoberfranken als extrem trocken eingestuft wurde. Die anhaltende Trockenheit wirkt sich verhängnisvoll auf den Grundwasserspiegel aus. Teilweise ist er seit 2012 um 3,5 bis 4,3 m gefallen. Pressesprecherin Wenke Berling vom Wasserwirtschaftsamt Hof betont, dass bei weiterer Abnahme der Niederschläge die Sicherheit der öffentlichen Wasserversorgung örtlich infrage steht.

Was können wir als Bürger nun tun?  Wenn es einmal regnet, müssen wir jeden Liter soweit möglich auffangen, um das kostbare Trinkwasser zu schonen. Als es das letzte mal regnete, (ungefähr 30 l/m2) habe ich ca. 3000 l Regenwasser in meinen Regentonnen und Großbehältern gesammelt, die wir zum Gießen verwenden.

Der Lehrstuhl für Klimaforschung hat bereits vor ca. 10 Jahren vorausgesagt dass ab dem Jahr 2025  Landwirtschaft in Oberfranken nur noch mit künstlicher Bewässerung möglich sein wird. Wer hätte damals daran geglaubt.

Nach Aussage der Klimaforscher und Landwirte wird es problematisch, wenn es nach der Aussaat im März/April ungefähr 1 ½ bis 2 Monate nicht regnet, dann kann man eine Ernte vergessen. Auf meine Nachfrage habe ich erfahren, dass es nach der Saat ungefähr 5 l/m2 braucht, dass diese aufgehen kann.

Die meisten Landwirte verfügen über große Dachflächen ihrer Scheunen, Maschinenhallen und Ställen, da kommt eine Menge Regenwasser zusammen. Interessehalber habe ich einmal nachgefragt, was denn ein Betonbehälter für Wasser mit einem Fassungsvermögen von 1000 m3 ungefähr kosten würde. Interessant war, dass die Firma dieses als eine der kleinsten Güllebehälter bezeichnet hat, bei einem Durchmesser von 18 m und einer Tiefe von 4 m. Die reinen Kosten dafür liegen laut Auskunft bei ca. 40 000 € netto, dazu kommen noch die Vorbereitung des Standortes, Untergrund Zufahrt usw.

Laut Statistik verbraucht jeder Mensch durchschnittlich 120 Liter pro Tag. Der Löwenanteil des kostbaren Trinkwassers geht durch das WC und die Waschmaschine. Meiner Meinung nach ist das unverantwortlich. Manche Gemeinden (z.B. Neudrossenfeld) haben schon vor Jahren in Neubaugebieten Regenwasserzisternen vorgeschrieben, um dafür das sogenannte “Grauwasser“ zu verwenden. Das hatten wir als Bund Naturschutz schon vor ca. 20 Jahren bei der Ausweisung des Baugebietes Roter Hügel dem Stadtrat vorgeschlagen, doch damals hieß es, das lohnt sich wirtschaftlich erst, wenn der Wasserpreis bei 6 DM/m3 ! liegen würde. Sie wissen sicher, dass Bad Berneck einen der höchsten Wasserpreise im Landkreis hat, momentan liegt der Preis für Wasser-Abwasser und Niederschlagswasser bei 7,17€. Jeder, der die Absicht hat zu Bauen, sollte daran denken und eine Regenwasser-Zisterne einplanen, denn die Trinkwasser Knappheit wird sich nicht entspannen sondern eher noch verschärfen. Wir müssen Trinkwasser einsparen, wo es nur geht.

Foto: Echino, pixelio.de