Mittwoch, 23 Januar 2019
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  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Das von vielen Parteien und Organisationen getragene Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt ("Rettet die Bienen") ist zugelassen. Nun muss es die zweite Hürde nehmen, welche die bayerischen Regularien vorsehen: 10 Prozent der wahlberechtigten bayerischen Bevölkerung müssen sich vom 31.1. bis 13.2.2019 in den Rathäusern als Unterstützerinnen und Unterstützer eintragen lassen.

Die Anliegen des Volksbegehrens decken sich weitgehend mit den Schwerpunkten, die die kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit im Rahmen ihres aktuellen Zwei-Jahres-Themas setzt: Den Initiatoren geht es vor allem darum, in ganz Bayern einen Biotopnetzverbund zu schaffen und das Ausbringen von Pestiziden einzudämmen, um nicht nur den Bienen, Schmetterlingen und Vögeln, sondern dem gesamten Artenreichtum bessere Überlebenschancen zu verschaffen. An den Gewässern sollen Uferrandstreifen verpflichtend geschützt werden. In mehreren Artikeln soll das Naturschutzgesetz so verbessert werden, dass die Lebensgrundlagen gesichert werden und damit den gefährdeten Arten geholfen wird. In der landwirtschaftlichen Ausbildung sollen die Gründe des dramatischen Artenschwunds der letzten Jahrzehnte zum Lehrinhalt gemacht werden. Auch für den Ausbau der biologischen Landwirtschaft soll es gesetzlich festgelegt Ziele geben.

Großen Wert legen die Initiatoren darauf, „dass es sich nicht um eine Initiative gegen die Landwirtschaft handelt. Die bäuerlich arbeitenden Familienbetriebe sind vielmehr die Leidtragenden einer verfehlten Agrarpolitik, die sie in ein System des 'Wachsen oder Weichen' drängt und zu einen gigantischen Höfestreben geführt hat“, betont Agnes Becker, eine der Initiator*innen des Volksbegehrens.

Wenn die 10 Prozent Unterstützterinnen und Unterstützer erreicht werden, dann muss der Landtag sich mit den Inhalten des Volksbegehrens befassen. Er kann dieses dann 1 zu 1 in ein Gesetz umsetzen oder (was wahrscheinlicher ist) er kann einen eigenen Gesetzentwurf zum Thema verfassen und die beiden Varianten einem Volksentscheid unterziehen. In den nächsten Wochen geht es daher höchstwahrscheinlich noch nicht darum, über die Inhalte des Volksbegehrens endgültig abzustimmen Unterstützerinnen und Unterstützer machen mit ihrer Unterschrift zunächst nur den nächsten Schritt direkter Demokratie in Bayern möglich - der eigentliche Volksentscheid findet dann später im Jahr statt. In einer Zeit, in der demokratische Strukturen sehr offen in Frage gestellt werden, sind solche Formen der aktiven Beteiligung absolut wichtig. Freie Christenmenschen sind mündige Bürgerinnen und Bürger - Wolfgang Schürger, der Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung freut sich daher sehr, dass bereits etliche Kirchengemeinden und Einrichtungen die regionalen Aktionsbündnisse unterstützen und für eine Beteiligung an der Eintragung werben.

Machen auch Sie mit und gestalten Sie mit Ihrer Unterschrift aktiv die demokratische Kultur in unserem Freistaat!

Mehr Informationen: https://volksbegehren-artenvielfalt.de/

 

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

"Schöpfungsverantwortung ist eine 'wesentliche Dimension des kirchlichen Lebens auch in der Pastoral'", betont eine Handlungsempfehlung, die die Deutsche Bischofskonferenz am 27.9.2018 beschlossen hat. Mit zehn Handlungsempfehlungen entfaltet sie, wie ein "geistliches Leben in ökologischer Spiritualität" aussehen kann, zu dem Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato Sí" schon 2015 ermutigt hat (LS 216).

Die Handlungsempfehlungen können direkt von der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz geladen werden.
  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Eine neue "Kreativität der Nachhaltigkeit" fordert der Rat der EKD in seinem Impulspapier "Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben" vom Septemer 2018. Perspektiven und gelungene Beispiele für Klimaschutz und Umweltbildung zeigen wir in der Ausgabe von umwelt-mitwelt-zukunft vom Oktober 2018.

Dateien:
Klimaschutz - UM 80 Beliebt

umwelt-mitwelt-zukunft Nr. 80, Oktober 2018

Datum Donnerstag, 18. Oktober 2018 11:34 Dateigröße 1.04 MB Download 695 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bietet auf seiner Webseite umfassende praktische Hinweise und Anleitungen für die Verbesserung der biologischen Vielfalt am Standort bis hin zu einem nachhaltigen Biodiversitätsmanagement.

Im "Werkzeugkoffer Biologische Vielfalt" finden sich für 17 Themen kurze Informationen und weiterführende Dokumente und Leitfäden. Die vorgestellten Maßnahmen reichen von einfachen Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse oder der Umgestaltung von Rasenflächen zu Blumenwiesen bis hin zu aufwendigeren Methoden, wie der Schaffung von Wasserflächen.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Am 1. Juni 2018 ist in der ELKB die neue „Kirchengemeinde-Bauverordnung“ in Kraft getreten (vormals kirchliche Baubekanntmachung).

Mit dieser „Kirchengemeinde-Bauverordnung“ ergibt sich eine Reihe von positiven Aspekten für die kirchliche Umweltarbeit.

  • Der Gedanke der Nachhaltigkeit, auch unter ökologischen Aspekten, ist durchgängig zu finden: besonders deutlich §1, Absatz 3 und beim Einsatz erneuerbarer Energien (§25, Absatz 3).
  • Es gibt ein klares Bekenntnis zur Einführung von Umweltmanagement und energetischer Gebäudeoptimierung (§1, Absatz 3 u.a.). Der Managementgedanke findet sich nun auch bei den Bauüberprüfungen (§8, § 13, § 16).
  • Die Rolle der Umweltbeauftragten wird gestärkt. Ihre Mitwirkung bei größeren Baumaßnahmen ist obligatorisch, ebenso die Zustimmung zu Baumaßnahmen vor einer kirchenaufsichtlichen Genehmigung (§20). Anzustreben wäre demnach auch die Beteiligung der Umweltbeauftragten bei den regelmäßigen Begehungen (§8).
  • Die Umweltbeauftragten sind bei Auswertungen und Schulungen zu Nutzerverhalten hinsichtlich Heizung, Lüftung und Beleuchtung regelmäßig hinzuzuziehen (§16, Absatz 2).
  • Eine wesentliche Neuerung besteht darin, dass alle Kirchengemeinden die Energieverbräuche mit Hilfe des Grünen Datenkontos dokumentieren sollen. Dazu werden Schulungen angeboten (§16, Absatz 1). Die Dokumentation der Verbrauchsdaten ist auch Voraussetzung für erhöhte Fördergelder.
  • Kirchengemeinden, die den Grünen Gockel einführen, erhalten um 5 % erhöhte Bedarfszuweisungen bei Sanierungen, auch über die energetischen Anteile hinaus. Dies gilt allerdings nicht für Pfarrdienstwohnungen oder Pfarrämter.

Bernd Brinkmann, Leiter der Arbeitsstelle Umweltmanagement, ist begeistert: "Die Rolle der kirchengemeindlichen Umweltbeauftragten wird mit dieser Verordnung deutlich gestärkt und mit Kompetenzen ausgestattet. Es ist in Zukunft für eine Kirchengemeinde wichtig, eine/einen Umweltbeauftragte/-n zu benennen, um den Mehrwert auch nutzen zu können."

Kirchengemeinde-Bauverordnung ELKB Beliebt

Zum 1. Juni 2018 ist die neu Kirchengemeinde-Bauverordnung in Kraft getreten. Der Gedanke des nachhaltigen Haushaltens kommt darin deutlich zum Ausdruck. Die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten sind wichtige Akteure bei der Umsetzung.

Wir veröffentlichen eine Fassung, in der wir die entsprechenden Passagen hervorgehoben haben.

Datum Freitag, 15. Juni 2018 10:03 Dateigröße 138.85 KB Download 336 Download