Samstag, 05 Dezember 2020
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Verein Schöpfung bewahren konkret e.V

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger
Kein Ex-und-Hopp! Der Schöpfung zuliebe - Landesbischof Bedford-Strohm zum Erntedank 2020 und 25 Jahren Schöpfung bewahren konkret e.V.
 
Pralles Leben auf der alten Friedhofsmauer: Hier blühen Zimbel- und Schöllkraut. Eidechsen wärmen sich in der Sonne und verstecken sich in den Mauerritzen. Hummeln, Wespen und Solitärbienen legen ihre Eier in den Hohlräumen zwischen den Steinen. Im Winter picken Amseln, Rotkehlchen und Stare die Früchte des Efeus, die schon ab Januar reif werden.
Damit das Leben auf der Friedhofsmauer erhalten bleibt, berät die Diplom-Biologin Barbara Füchtbauer im Projekt „“Friedhöfe – Oasen für Pflanzen und Tiere“ Kirchengemeinden, wie sie auf ihrem Friedhof Lebensraum schaffen können für Pflanzen, Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Friedhöfe eignen sich gut, denn es gibt Rasen, Hecken und alte Bäume. Wird ein Rasen nur zweimal im Jahr gemäht, entwickelt sich eine artenreiche Wiese. Alte Bäume und Hecken werden erhalten – soweit es die Sicherheit erlaubt – und beherbergen viele Insekten und Vogelarten. Bereits 24 Kirchengemeinden in Mittel- und Oberfranken sowie der Oberpfalz machen mit.
Geleistet wird dieser konkrete Umweltschutz durch die Initiative des kirchlichen Vereins „Schöpfung bewahren konkret e.V.“. Der 1995 gegründete Verein feiert am Sonntag, 4. Oktober, dem Erntedankfest, sein 25-jähriges Jubiläum in Regensburg. Vereinsvorsitzender ist Pfarrer Jürgen Harder aus Reichenschwand.
Bereits vor 20 Jahren hat der kleine Verein mit etwa 100 Mitgliedern die Bedeutung regenerativer Energien in die Öffentlichkeit getragen, als im Jahr 2001 in der Nähe von Eisenach das „bayerische evangelische Windrad in Thüringen“ mit einer Nennleistung von 1,3 Megawatt durch Landesbischof Johannes Friedrich eingeweiht wurde. Tausende hatten gespendet um die Investitionskosten in Höhe von 1,2 Mio. aufzubringen. Mit den Erträgen konnten zwei Umweltberater finanziert werden.
Durch den Einsatz engagierter Vereinsmitglieder konnte die Fränkische und Hersbrucker Mehlbeere vor dem Aussterben gerettet werden – eine Baumart, die es weltweit nur in der Nördlichen Frankenalb gib. Der Verein kaufte drei Flächen in der Hersbrucker  und Fränkischen Schweiz, um die Bestände dauerhaft zu sichern.
Für Landesbischof Bedford-Strohm gehört der aktive Einsatz für die Umwelt ganz selbstverständlich zum christlichen Glauben: „Ein Ex-und-Hopp Umgang mit den natürlichen Ressourcen passt nicht zur christlichen Botschaft von der Welt als Schöpfung Gottes“. Großes Lob zollt der Landesbischof dem Engagement des Vereins. Der Verein habe mit seiner Kreativität und Spontaneität in „ganz hervorragender Weise“ die Umweltarbeit der Landeskirche begleitet und ergänzt.
Hinweis:
Weitere Informationen zum Verein „Schöpfung bewahren konkret e.V.“:
Bei dem Vorsitzenden, Pfarrer Jürgen Harder, Reichenschwand, Tel: 09151- 9643937, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Geschrieben von Matthias Geißlinger

Verein »Schöpfung bewahren konkret« e.V.

Das Logo des Vereins "Schöpfung bewahren konkret e.V"

Kirchliche Umweltbeauftragte gründeten am 6.10.1995 den kirchlichen Verein »Schöpfung bewahren konkret« e.V. ; den Vorsitz hat Pfarrer Jürgen Harder. Der Verein fördert überwiegend regional übergreifende Projekte kirchlicher Umweltarbeit, die eine Breitenwirkung in die außerkirchliche Öffentlichkeit hinein entfalten.

Schwerpunkt der Vereinstätigkeit:

  • Zweckbetrieb Umweltbildung: Der Verein beschäftigt einen Anstellten, der Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen bei der Einführung des kirchlichen Umweltmanagements Grüner Gockel berät und begleitet und bei der Ausbildung von Auditoren mitwirkt.
  • Artenschutzprojekt Fränkische und Hersbrucker Mehlbeere: Mit staatlicher Unterstützung hat der Verein Waldparzellen gekauft, auf denen die in ihrer Existenz bedrohten Mehlbeeren stehen und damit dauerhaft Verantwortung für sie übernommen.
  • Friedhöfe – Oasen für Pflanzen und Tiere: Ein Projekt zur Förderung der Biodiversität auf Friedhöfen in evangelischer Trägerschaft. Wir machen auf den Friedhöfen, mit denen eine Zusammenarbeit zustande kommt, zunächst eine Bestandsaufnahme und entwickeln dann Zug um Zug Ideen, welche Maßnahmen zugunsten der Artenvielfalt ergriffen werden könnten. Oft kann schon mit geringen finanziellen Mitteln viel erreicht werden.
  • Im Rahmen seiner Möglichkeiten gewährt der Verein Zuschüsse zu Aktionen und Initiativen: Umweltbildung im Kindergarten, Nisthilfen für bedrohte Vogelarten auf Kirchtürmen, Aufforstung und Schutz von Bergwäldern u.a.
  • Der Verein ist Gesellschafter der Kirchenwind GmbH, die eine Windkraftanlage im thüringischen Neukirchen nahe der Wartburg betrieben hat. Nach Abzug der Schuldentilgung und der Unterhaltskosten flossen die Erträge in die Umweltberatung. Ende 2017 wurde die Anlage verkauft. Mit dem Verkaufserlös haben wir einen knapp 10-prozentigen Anteil einer Anlage der Firma GoldSolar erworben. Es handelt sich um eine Vesta V-126 mit 3,3 Megawatt Nennleistung, 149 Meter Nabenhöhe und 126 Meter Flügeldurchmesser. Auch ihr Ertrag fließt wieder in die Umweltberatung.

Über die aktuelle Situation des Vereins informiert der Bericht des Vorsitzenden bei der Mitgliederversammlung 2017.

Satzung, ausführliche Projektbeschreibungen und aktuelle Berichte finden Sie im Downloadbereich.

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