Samstag, 21 April 2018
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Klimaschutzkonzept

Am 9. Januar 2018 beginnen die Arbeiten an einem Integrierten Klimaschutzkonzept für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Die sustainable AG München wird uns als kompetenter Partner begleiten. Die Beiträge dieser Seite dokumentieren den Arbeitsfortschritt und weisen auf wichtige Veranstaltungen hin. Das fertige Klimaschutzkonzept wird zur Frühjahrstagung 2019 der Landessynode vorliegen.


Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. DIese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Kliaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen
Förderkennzeichen: 033K07355

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Christian Holler: Klimaschutz als theologische Herausforderung

Ich war beeindruckt von dem Auftaktworkshop in Augsburg am 9. März. Regionalbischof Grabow hat in seiner Andacht deutlich gemacht, dass Klimaschutz eine zutiefst theologische Herausforderung ist - nicht umsonst ist in dem Grundlagenpapier zu dem Reformprozess "Profil und Konzentration" ja "fair und nachhaltig haushalten" als eine von fünf Grundaufgaben der Kirche im 21. Jahrhundert beschrieben.

Der Weg zum Klimaschutzkonzept bietet die Chance, bestehende Aktivitäten wie den Grünen Gockel, das Kirchliche Umweltmanagement, noch besser zu vernetzen. Der Auftaktworkshop war dazu eine gute Gelegenheit - mich hat beeindruckt, was schon alles in unserer Landeskirche geschieht. Deutlich geworden ist aber auch, dass wir in die Breite unserer Landeskirche hinein Bewusstsein schaffen müssen: Es war ja ein Auftaktworkshop für den ganzen Kirchenkreis, da fand ich es schon bedauerlich, dass fast nur Grüner-Gockel-Gemeinden anwesend waren. Regionalbischof Grabow hat aber dadurch, dass er den ganzen Abend dabei war, deutlich gemacht, wie wichtig das Engagement für unser Klima ist.

Christian Holler, Pfr. i.R., Mitglied im Umweltteam der Kirchengemeiden Augsburg - St. Johannis

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Christian Schümann: Klimaschutzkonzept muss Verwaltungsroutine schaffen

In der dringend notwendigen Klimaschutz-Debatte hat die Kirche meines Erachtens die ungeheuer wichtige Aufgabe, an einschneidenden Veränderungen unserer Gesellschaft im Selbstverständnis, im Wirtschafts- und Lebensstil mitzuwirken.

Es freut mich, dass mit dem eingeleiteten  Prozess einer Klimaschutz-Konzeption der ELKB dieses Thema nun flächendeckend aufgegriffen wird. Das entspricht auch dem Anliegen gerade aus unserem Kreis der Kirchlichen Umweltkonferenz (KUK) der ELKB mit dem Antrag an die Landessynode Frühjahr 2017, jede Kirchengemeinde und kirchliche Einrichtung möge sich intensiv mit dem richtungsweisenden Wort der (Frühjahrs-) Landessynode 2009 auseinandersetzen und geeignete Maßnahmen treffen, um den eigenen Beitrag zur Klimaerwärmung zu verringern.

In etlichen Bereichen kirchlichen Lebens werden mit Hilfe engagierter Mitarbeitender bereits erhebliche Beiträge zum Klimaschutz geleistet, nicht zuletzt durch den „Grünen Gockel“. Aus unseren Erfahrungen zeigt sich aber auch, dass dieses Anliegen vielerorts nur schwer Eingang findet.

Das Programm des „Grünen Gockel“ hilft (nach Anfangs-Investitionen) nicht nur zur klimaschützenden Energieeinsparung, sondern auch zu nennenswerten Reduzierungen kirchlicher Ausgaben. Um den Prozess der Klimaschutz-Konzeption in der ELKB möglichst umfassend zu verbreiten, möchte ich anregen, die Höhe der jährlichen Zuweisung aus Kirchensteuermitteln an die verschiedenen Haushaltspläne jedenfalls teilweise daran zu binden, ob eine Beteiligung an diesem Prozess stattfindet. Auf EU-Ebene, um den großen Bezugsrahmen anzudeuten, wird derzeit erwogen, für das Verfehlen von Klimaschutz-Zielen durch Mitgliedsstaaten Ausgleichszahlungen zu verlangen.

Natürlich muss darüber auch innerkirchlich noch intensiv nachgedacht werden. Sicher würden finanzielle Folgen einen Schub in der gewünschten Richtung darstellen. Wenn ähnliche Überlegungen in der ELKB bereits gemacht wurden, ist dieser Gedankenanstoß hinfällig.

Pfr. i.R. Christian Schümann, Fürth

Umwelt-Beauftragter im Kirchenkreis Nürnberg

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

„Warum es mir wichtig ist, dass das Integrierte Klimaschutzkonzept für die ELKB gut wird…“

Die Weltgemeinschaft hat erkannt, dass wir dringend handeln müssen, um die weitere Umweltzerstörung aufzuhalten. Aber die Erklärung von Paris wird nicht funktionieren, wenn wir uns darauf verlassen, dass die Regierungen schon handeln werden. Wir Christinnen und Christen haben einen Auftrag von Gott, die Schöpfung zu bewahren. Wie kann ich glaubwürdig Jesus verkündigen, wenn meine Gemeinde und die gesamte ELKB sich nicht mit allen ihr möglichen Mitteln für diesen Auftrag einsetzt? Aus diesem Grund ist es mir wichtig, dass die Gemeinden vor Ort Unterstützung dabei erhalten, sich für ihre Umwelt einzusetzen und das Integrierte Klimaschutzkonzept der ELKB ist ein erster Schritt hierfür.

Tanja Keller, Prädikantin, Vertrauensfrau der Epiphaniaskirche in München, Präsidiumsmitglied der Prodekanatssynode München-West.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Klimaschutz - bedeutendes Thema in vielen Gemeinden und Einrichtungen, aber doch noch "Luft nach oben"

Am 6. März 2018 ging die Reihe der regionalen Auftaktworkshops zum Integrierten Klimaschutzkonzept für die ELKB zu Ende. Bernd Brinkmann und Wolfgang Schürger haben unterstützt durch Johannes Erhard von der sustainable AG mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern herausgearbeitet, was wir als Landeskirche schon zum Klimaschutz beitragen und wo wir noch besser werden können. Danke an alle, die mitgemacht haben!
Bis zum Frühjahr 2019 soll das Integrierte Klimaschutzkonzept fertig sein. Es wird aufzeigen, wie Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen gemeinsam einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten können - und welche Unterstützung bei der Umsetzung es braucht (und gibt).

Beeindruckend war, wie viel Engagement es in unseren Gemeinden und Einrichtungen schon gibt - eine Übersicht dazu werden Sie hier in wenigen Wochen finden.

Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass noch erhebliches Potenzial zur Verbesserung besteht. Ganz oft genannt wurde die fehlende Infrastruktur für Elektormobilität in Kirchengemeinden und Einrichtungen. Auch in den Strukturen der kirchlichen Verwaltung wurde Veränderungsbedarf benannt - zum Beispiel, wenn es um den Vorrang von nicht-fossilen Energieträgern geht. Aber auch bei der Sensibilisierung für die Bedeutung des Klimaschutzes in allen Bereichen kirchlicher Arbeit sahen die Teilnehmenden noch Chancen zur Verbesserung.

Diese Verbesserungsvorschläge werden in die weitere Potenzialanalyse einfließen. Im Klimaschutzkonzept sollen dann die genannt sein, die sich am besten umsetzen lassen und die höchste Einsparung an Treibhausgasen bringen.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Schaffen wir gemeinsam eine solide Datengrundlage!

Als Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen gemeinsam einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten – das ist die Vision des Integrierten Klimaschutzkon­zepts. In einem ersten Schritt müssen wir dazu den CO2-Fußabdruck der Landeskirche ermitteln.

Je breiter die Datengrundlage ist, desto genauer werden die Hochrechnungen. In unserem Downloadbereich finden Sie einen Fragebogen, mit dem wir die aktuelle Treibhausgas-Bilanz errechnen wollen. Wenn Sie diesen ausfüllen und bis zum 15. Mai zurück senden, leisten Sie einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen! Das ist ambitioniert, aber dem Zeitplan geschuldet, den die Bundesregierung vorgibt, von der wir erhebliche Fördermittel erhalten. Sofern Sie das „Grüne Datenkonto“ der Arbeitsstelle Umwelt­management der ELKB nutzen, haben Sie die Daten zu Gebäuden und Energieverbrauch schon erfasst. Dann genügen ein entsprechender Hinweis auf dem Fragebogen und ergänzende Angaben, beispielsweise zur Mobilität.