Sonntag, 24 Juni 2018
A+ R A-

Klimaschutzkonzept

Am 9. Januar 2018 beginnen die Arbeiten an einem Integrierten Klimaschutzkonzept für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Die sustainable AG München wird uns als kompetenter Partner begleiten. Die Beiträge dieser Seite dokumentieren den Arbeitsfortschritt und weisen auf wichtige Veranstaltungen hin. Das fertige Klimaschutzkonzept wird zur Frühjahrstagung 2019 der Landessynode vorliegen.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. DIese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Kliaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen
Förderkennzeichen: 033K07355

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Mit einer soliden Datenbasis auf dem Weg zum Klimaschutzkonzept

Johannes Erhard von der sustainable AG ist begeistert: "Mit fast 20 Prozent aller Kirchengemeinden haben wir einen phantastischen Rücklauf! Die Daten aus den Fragebögen bieten uns eine sehr solide Datenbasis, mit der wir gut hochrechnen können!"

196 der 1538 Kirchengemeinden der ELKB haben mit ihren ausgefüllten Fragebögen dazu beigetragen, dass die sustainable AG die Treibhausgasbilanz der ELKB zuverlässig berechnen kann. Dieser IST-Stand ist die Basis, auf der nun Maßnahmenvorschläge enstehen können, wie Kirchengemeinden und Einrichtungen noch mehr für den Klimaschutz tun können. Im Integrierten Klimaschutzkonzept für die ELKB sollen diejenigen Maßnahmen enthalten sein, die wirtschaftlich sinnvoll, effektiv und effizient und praktisch umsetzbar sind. Mitglieder der Kirchenvorstände, der Einrichtungsleitungen und die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten werden im September/Oktober in regionalen Workshops die Möglichkeit haben, darüber zu diskutieren, welche Maßnahmen aus dem Vorschlagskatalog weiter verfolgt werden sollen.

Unter den Kirchengemeinden und Einrichtungen, die mit ihren Fragebögen die Basis für eine gute Hochrechnung gelegt haben, verlöst das Büro des Beauftragten für Umwelt- und Klimaverantwortung zehn Gutscheine für LED-Leuchtmittel im Wert von jeweils 330 Euro. Anfang Juli werden wir die Gewinner bekanntgeben.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

"Klimaschutz ist überlebenswichtig!" - Oberkirchenrat Bierbaum stärkt Klimaschutzkonzept

Mit einem deutlichen Plädoyer für Klimaschutz hat Oberkirchenrat Detlev Bierbaum am 17. April 2018 vor der Landessynode seinen Zwischenbericht zur Arbeit am Integrierten Klimaschutzkonzept begonnen. "Klimaschutz ist überlebenswichtig", und ein Integriertes Klimaschutzkonzept böte die Gelegenheit, die vielen guten Erfahrungen zu bündeln und für die Breite der Landeskirche fruchtbar zu machen.

Kirchenrat Ingo Schurig als verantwortlicher Referent in der Kirchenleitung verwies im Gespräch mit Betty Mehrer (Synodale und Kreisrätin im Landkreis Miesbach) und André Witthöft-Mühlmann, dem Leiter des Büros Umwelt und Klima der Badischen Landeskirche auf die Erfolge von Klimaschutzkonzepten in anderen Kirchen und in den Kommunen: "Wir haben die Chance, uns mit diesen anderen Akteuren zu vernetzen!"

Ein ausführlicher Bericht mit Videobeiträgen findet sich auf der Webseite der Landeskirche.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Christian Holler: Klimaschutz als theologische Herausforderung

Ich war beeindruckt von dem Auftaktworkshop in Augsburg am 9. März. Regionalbischof Grabow hat in seiner Andacht deutlich gemacht, dass Klimaschutz eine zutiefst theologische Herausforderung ist - nicht umsonst ist in dem Grundlagenpapier zu dem Reformprozess "Profil und Konzentration" ja "fair und nachhaltig haushalten" als eine von fünf Grundaufgaben der Kirche im 21. Jahrhundert beschrieben.

Der Weg zum Klimaschutzkonzept bietet die Chance, bestehende Aktivitäten wie den Grünen Gockel, das Kirchliche Umweltmanagement, noch besser zu vernetzen. Der Auftaktworkshop war dazu eine gute Gelegenheit - mich hat beeindruckt, was schon alles in unserer Landeskirche geschieht. Deutlich geworden ist aber auch, dass wir in die Breite unserer Landeskirche hinein Bewusstsein schaffen müssen: Es war ja ein Auftaktworkshop für den ganzen Kirchenkreis, da fand ich es schon bedauerlich, dass fast nur Grüner-Gockel-Gemeinden anwesend waren. Regionalbischof Grabow hat aber dadurch, dass er den ganzen Abend dabei war, deutlich gemacht, wie wichtig das Engagement für unser Klima ist.

Christian Holler, Pfr. i.R., Mitglied im Umweltteam der Kirchengemeiden Augsburg - St. Johannis

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Christian Schümann: Klimaschutzkonzept muss Verwaltungsroutine schaffen

In der dringend notwendigen Klimaschutz-Debatte hat die Kirche meines Erachtens die ungeheuer wichtige Aufgabe, an einschneidenden Veränderungen unserer Gesellschaft im Selbstverständnis, im Wirtschafts- und Lebensstil mitzuwirken.

Es freut mich, dass mit dem eingeleiteten  Prozess einer Klimaschutz-Konzeption der ELKB dieses Thema nun flächendeckend aufgegriffen wird. Das entspricht auch dem Anliegen gerade aus unserem Kreis der Kirchlichen Umweltkonferenz (KUK) der ELKB mit dem Antrag an die Landessynode Frühjahr 2017, jede Kirchengemeinde und kirchliche Einrichtung möge sich intensiv mit dem richtungsweisenden Wort der (Frühjahrs-) Landessynode 2009 auseinandersetzen und geeignete Maßnahmen treffen, um den eigenen Beitrag zur Klimaerwärmung zu verringern.

In etlichen Bereichen kirchlichen Lebens werden mit Hilfe engagierter Mitarbeitender bereits erhebliche Beiträge zum Klimaschutz geleistet, nicht zuletzt durch den „Grünen Gockel“. Aus unseren Erfahrungen zeigt sich aber auch, dass dieses Anliegen vielerorts nur schwer Eingang findet.

Das Programm des „Grünen Gockel“ hilft (nach Anfangs-Investitionen) nicht nur zur klimaschützenden Energieeinsparung, sondern auch zu nennenswerten Reduzierungen kirchlicher Ausgaben. Um den Prozess der Klimaschutz-Konzeption in der ELKB möglichst umfassend zu verbreiten, möchte ich anregen, die Höhe der jährlichen Zuweisung aus Kirchensteuermitteln an die verschiedenen Haushaltspläne jedenfalls teilweise daran zu binden, ob eine Beteiligung an diesem Prozess stattfindet. Auf EU-Ebene, um den großen Bezugsrahmen anzudeuten, wird derzeit erwogen, für das Verfehlen von Klimaschutz-Zielen durch Mitgliedsstaaten Ausgleichszahlungen zu verlangen.

Natürlich muss darüber auch innerkirchlich noch intensiv nachgedacht werden. Sicher würden finanzielle Folgen einen Schub in der gewünschten Richtung darstellen. Wenn ähnliche Überlegungen in der ELKB bereits gemacht wurden, ist dieser Gedankenanstoß hinfällig.

Pfr. i.R. Christian Schümann, Fürth

Umwelt-Beauftragter im Kirchenkreis Nürnberg

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

„Warum es mir wichtig ist, dass das Integrierte Klimaschutzkonzept für die ELKB gut wird…“

Die Weltgemeinschaft hat erkannt, dass wir dringend handeln müssen, um die weitere Umweltzerstörung aufzuhalten. Aber die Erklärung von Paris wird nicht funktionieren, wenn wir uns darauf verlassen, dass die Regierungen schon handeln werden. Wir Christinnen und Christen haben einen Auftrag von Gott, die Schöpfung zu bewahren. Wie kann ich glaubwürdig Jesus verkündigen, wenn meine Gemeinde und die gesamte ELKB sich nicht mit allen ihr möglichen Mitteln für diesen Auftrag einsetzt? Aus diesem Grund ist es mir wichtig, dass die Gemeinden vor Ort Unterstützung dabei erhalten, sich für ihre Umwelt einzusetzen und das Integrierte Klimaschutzkonzept der ELKB ist ein erster Schritt hierfür.

Tanja Keller, Prädikantin, Vertrauensfrau der Epiphaniaskirche in München, Präsidiumsmitglied der Prodekanatssynode München-West.