Dienstag, 23 Juli 2019
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Rund 1.000 Ehrenamtliche sind als Umweltbeauftragte in Kirchengemeinden, Dekanatsbezirken und ELKB aktiv. „Dieses große Netzwerk ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Umwelt- und Klimaverantwortung heute in allen Bereichen unserer Kirche als wichtiges Thema erkannt ist.“, betonte Oberkirchrat Detlev Bierbaum anlässlich des Festaktes zum 40-jährigen Jubiläum der Umwelt- und Klimaarbeit in Fürth-St. Paul. Auf dem Bild zu sehen ist die Podiumsdiskussion zur Bedeutung der kirchlichen Umwelt- und Klimaarbeit. Von links: Christof Illig, Monika Kratzer, Annekathrin Preidel, Sebastian Schoenauer, Wolfgang Schürger, Ulrike Schorn.

 Podiumsdiskussion Von links: Christof Illig, Monika Kratzer, Annekathrin Preidel, Sebastian Schoenauer, Wolfgang Schürger, Ulrike SchornWie schwer dagegen die Anfangsjahre waren, wurde in einem Rückblick des ersten Umweltbeauftragten der ELKB, Siegfried Pallmann, deutlich: „Im Jahr 1974 haben noch Wenige die Dringlichkeit und Notwendigkeit weitblickend gesehen, sich für die evangelische Kirche als ehrenamtlicher Umweltbeauftragter für die Bewahrung nach Gottes Schöpfungsplan einzusetzen.“, schrieb der 87-Jährige, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr persönlich anwesend sein konnte. „Es war aufregend und nicht immer ungefährlich, als Umweltbeauftragter die evangelische Kirche zu repräsentieren.“

Pallmanns Weitsichtigkeit lobten seine Nachfolger, Rainer Hennig und Gerhard Monninger, aber auch der Sprecher der Umweltbeauftragten der römisch-katholischen Bistümer und Erzbistümer in Bayern, Mattias Kiefer: „Für Siegfried Pallmann war von Anfang an klar, dass die Erde weder evangelisch noch katholisch ist und der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung daher in engem ökumenischen Schulterschluss erfolgen sollte. Als Gotthard Dobmeier zwölf Jahre nach Pallmann zum ersten katholischen Umweltbeauftragten berufen wurde, haben die beiden sofort eng zusammen gearbeitet.“ Eine Tradition, die Kiefer mit dem aktuellen Beauftragten der ELKB, Wolfgang Schürger, fortführt – beide sind gegenwärtig Vorstandssprecher ihrer Arbeitsgemeinschaften auf Bundesebene.

Die beiden Kirchen sind folgerichtig auch gemeinsam im Jahr 2007 der bayerischen Klimaallianz beigetreten. Die Abteilungsleiterin Monika Kratzer überbrachte auch die Glückwünsche von Staatsminister Marcel Huber, der aufgrund der Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts nicht in Fürth sein konnte: „Als Kirchen sind Sie für uns wichtige Partner: Sie erreichen die Breite der bayerischen Bevölkerung und wenn Sie nach Werten fragen, dann hat das ein anderes Gewicht als wenn das eine staatliche Stelle tut.“

Dass um Werte der Nachhaltigkeit auch gerungen werden muss, machte Christof Illig als Vertreter des landeskirchlichen Baureferates deutlich: „Das klimaschonendste Gemeindehaus ist nicht ein gut gedämmtes Haus, sondern dasjenige, das gar nicht gebaut wird.“ Die Frage „Wie viel ist genug?“ müsse Überlegungen zum Umwelt- und Klimaschutz immer wieder begleiten.

Wolfgang Schürger, der aktuelle Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung der ELKB, unterstrich den missionarischen Charakter der kirchlichen Umweltarbeit: „Zum einen gewinnen wir hier Menschen zur Mitarbeit, die vorher oft eher am Rand der Kirchengemeinde standen; zum anderen zeigt eine umweltaktive Gemeinde, dass der christliche Glaube nichts Verstaubtes ist, sondern die Kraft hat, eine enkeltaugliche Zukunft zu gestalten.“ Annekathrin Preidel, die Präsidentin der Landessynode, teilte diese Auffassung und versprach sich dafür einzusetzen, dass die Umwelt- und Klimaarbeit der ELKB langfristig mindestens in der aktuellen Ausstattung gesichert ist.