Samstag, 25 September 2021
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München: Menschenkette für Klimagerechtigkeit bringt fast 900 Personen auf die Straße

"Deutschland hat die Corona-Krise relativ gut gemeistert - jetzt ist es an der Zeit, auch die Klimakrise gemeinsam und engagiert anzugehen. Und die letzten Wochen haben gezeigt: Wenn alle an einem Strang ziehen, dann ist Veränderung möglich. Wir können das schaffen!" Mit dieser Botschaft ermutigte Wolfgang Schürger, der Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung der ELKB die Menschen, die am Sonntag, den 19. Juli 2020 dem Aufruf von Parents for Future zu einer Menschenkette für Klimagerechtigkeit in der Münchner Innenstadt gefolgt waren.

Corona-Abstand musste natürlich auch bei dieser Demonstration gewährleistet sein, und so hatten die Veranstalter Bänder vorbereitet, welche die Teilnehmenden mit Abstand verbanden. Gut 200 Menschen hätte es auf diese Weise gebraucht, um die Strecke vom Münchner Marienplatz bis zum Sendlinger Tor zu bewältigen, knapp 900 Menschen waren gekommen. An vielen Stellen war die Kette zweireihig.

Landesbischof Heinrich-Bedford Strohm betonte, wie wichtig es gerade jetzt sei, sich für Klmagerechtigkeit zu engagieren: "Wenn mein heute 16 Monate alter Enkel 60 Jahre sein wird, soll er mindestens die gleichen Lebenschancen haben wie ich.“ Auch er verwies auf die Potentiale, die gerade die reichen Nationen haben.

Bayern sozial-ökologisch transformieren!

Ein breites Aktionsbündnis unter Koordination der Nürnberger Jesuiten hat am 25. Juni 2020 eine Petition an Landtagspräsidentin Ilse Aigner übergeben, in der die Staatsregierung aufgefordert wird, die sozial-ökologische Transformation in Bayern konsequent umzusetzen. Viele der Krisen, die wir gegenwärtig erleben, seien auf die aktuelle Form unseres Wirtschaftens zurück zu führen. Diese überschreite die Belastungsgrenzen unsere Erde, verbrauche zu viel Ressourcen, vernichte Lebensräume und bereite damit Pandemien den Weg.

Mittel die jetzt eingesetzt würden, um nach der Corona-Krise die Wirtschaft zu stärken, müssten so reguliert werden, dass sie ökologisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften fördern. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen stellten ein gutes Regelwerk für dies Förderung dar.

Bis Juni 2021 können Bürgerinnen und Bürger, aber auch Organisationen die Petition noch mitzeichen: Link zu OpenPetition

 

Corona-Krise abfedern und ökologische Transformation beschleunigen!

Wie geht es weiter nach derFÖS Header akuten Phase der Corona-Pandemie? Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, zu dessen Gründungsmitgliedern Ernst Ulrich von Weizäcker zählt, hat Anfang Mai einen viel beachteten Policy Brief dazu verfasst.

Seit mehreren Monaten steht die Welt Kopf – die Corona-Pandemie stellt nicht nur unser Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und Gesellschaft – sowie die Umwelt und das globale Klima.

Um die finanziellen Ausfälle für Haushalte und Unternehmen zu begrenzen, werden im Eiltempo Soforthilfen und bald auch weitreichende Konjunkturmaßnahmen beschlossen. Obwohl die Maßnahmen in erster Linie dazu dienen müssen, Verluste abzumildern, bergen sie viel Potenzial für positive Veränderung. Es ist entscheidend, jetzt die Weichen für eine ökologisch-soziale Transformation zu stellen - Fehler vergangener Wirtschaftskrisen dürfen nicht wiederholt werden, und eine Rückkehr zum Status Quo ist nicht möglich.

Corona- und Klima-Krise

Vielfach wird inzwischen darüber nachgedacht, was Corona-Krise und Klima-Krise gemeinsam haben - und was auch nicht. Unter dem Dach des Blogs Corona Sustainability Compass (CSC) stellen führende Wissenschaftler*innen, Entscheidungsträger*innen aus der Wirtschaft und Politiker*innen ihre Visionen und Bilder von einer nachhaltigeren Zukunft vor – neue, zukunftsorientierte Strategien, die vielleicht gestern noch unvorstellbar waren, durch die Corona-Krise nun aber möglich werden könnten. 

Die Corona-Krise stellt unser Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen: Erkrankten muss geholfen, die Ausbreitung des Virus bekämpft, Impfstoffe und Arzneimittel entwickelt werden. Die Wirtschaft und das öffentliche Leben stehen fast komplett still. Unternehmen sind enormen Liquiditätsengpässen ausgesetzt. Viele Firmen schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. Menschen bangen nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um ihre wirtschaftliche Existenz. In einer solchen akuten Notlage ist es völlig richtig, wenn der Staat großzügig und unbürokratisch unterstützt – um so den Weg für einen Neustart der Wirtschaft zu ebnen, sobald die Krise vorbei ist.

Wir sollten beim Corona-Krisenmanagement aber die noch viel größeren Herausforderungen für unsere Zivilisation nicht aus dem Auge verlieren: die Auswirkungen der Erderhitzung, die viel zu hohen Ressourcenverbräuche, die weit über die planetaren Belastungsgrenzen gehen, die schwindende Artenvielfalt. Wir denken: Die aktuelle Corona-Krise bietet die einmalige Chance, die aktuellen Geschäftsmodelle zu überdenken und den wirtschaftlichen Neuanfang nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten.

Un-Klimakonferenz in Glasgow verschoben

Das neue Corona-Virus und die weltweite Pandemie sind der Grund, warum die für November im schottischen Glasgow geplante UN-Klimakonferenz verschoben wird. Ein neuer Termin für 2021 soll später genannt werden.

Die Verschiebung ist angesichts der Ausbreitung des Coronavirus unvermeidlich – auf lange Sicht sei der Klimawandel aber die deutlich größere Bedrohung für die Menschheit, betont die UN-Klimasekretärin Patricia Espinosa.

Bei dem Treffen in Glasgow sollten die Staaten des Pariser Abkommens ihre neuen Klimaschutzzusagen vorlegen. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung dringen Umweltschützer darauf, jetzt schon zumindest eine deutliche Anhebung der Klimaziele fest zuzusagen.

Das deutsche Bundesumweltministerium hält bis jetzt am Petersberger Klimadialog Ende April fest. Den Klimadialog mit 35 Ministern per Videokonferenz zu veranstalten ist einfacher, als eine Konferenz mit 30.000 Teilnehmern zu veranstalten.

Foto: Uwe Kunze, pixelio.de