Montag, 08 August 2022
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K - Kirche und Klimaschutz

1.450 Kilometer pilgern für Klimagerechtigkeit!

Aussendungsgottesdienst Foto Chris Böer Klimapilgerweg 2021Am 14. August ist der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit im polnischen Zielona Góra gestartet.Er führt über 1.450 Kilometer bis nach Glasgow in Schottland, dem Tagungsort der UN-Klimakonferenz 2021.

Die Klimapilgernden sind am 14. August mit dem Segen der polnischen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Polen und des Bischofs der Evangelischen Kirche in Brandenburg von Zielona Góra aufgebrochen. Die 30 Dauerpilgernden aus Polen und der ganzen Bundesrepublik haben sich mit dem Ziel Glasgow nach 1.450 Kilometern in 77 Tagen viel vorgenommen. Das würdigten auch die hochrangigen Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Politik beim Aussendungsgottesdienst. Christian Stäble, Bischof der Evangelischen Kirche in Brandenburg, wies auf den Namen des Startorts hin: Zielona Góra heiße in deutscher Sprache "Grüner Berg".

„Der jüngste Weltklimabericht hat uns erneut vor Augen geführt, dass uns für entschlossene Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels nicht mehr viel Zeit bleibt“, mahnte die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Manja Schüle in ihrem Grußwort, das beim Gottesdienst verlesen wurde.

Mit dem Klimapilgerweg wollen die europäischen Kirchen die Weltgemeinschaft mahnen, die Herausforderungen des Klimawandels ernst zu nehmen. Nach der Corona-Pandemie sehne die Welt sich nach Normalität, erklärte Thomas Kamp-Deister, der Geschäftsführer des Klimapilgerweges. Doch Normalität könne keine Rückkehr in das bisherige Leben bedeuten. Denn diese bisherige Normalität sei gekennzeichnet durch einen exzessiven Ressourcenverbrauch, ein dramatisches, wenngleich stilles, millionenfaches Aussterben unserer Mitgeschöpfe, der Pflanzen und Tiere, und eine beschleunigte Erhitzung der Welt infolge der Klimakrise. „Fachleute aus aller Welt sind sich einig, dass die nächsten zehn Jahre über die mittelfristige Zukunft der Menschheit auf dem Planeten Erde entscheiden können!“, mit diesen deutlichen Worten übergab er den Klimapilgerstab zum Abschluss des Aussendungsgottesdienstes an die jüngste Klimapilgerin beim Start, Christine Koopmann aus Münster (s. Foto, Bildrechte: Cris Böer, Klimapilgerweg 2021). Die 26-Jährige habe ihre ganze Zukunft noch vor sich.

Der Klimapilgerstab soll als Staffelstab die Pilgerreise die gesamten 1.450 Kilometer begleiten und am Ziel in Glasgow von den Menschen, die mitgewandert sind, Zeugnis ablegen für ihren überwältigenden Einsatz für mehr Klimaschutz und mehr Klimagerechtigkeit.

Der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit, der vom 14. August 2021 vom polnischen Zielona Góra bis zum 29. Oktober 2021 ins schottische Glasgow zur dortigen Weltklimakonferenz führt, wird von Evangelischen Landeskirchen, katholischen Bistümern und kirchlichen Hilfswerken getragen. Ausgerichtet wird der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Jeder und jede kann die Aktion unterstützen und mitpilgern. Man kann nur eine Stunde, nur eine Tagesetappe (max. 25 km) oder auch länger mitlaufen, Dafür kann man sich allein oder auch mit einer Gruppe anmelden unter https://anmeldung.klimapilgern.de/de/anmeldung_deutsch . Eine Anmeldung für alle 77 Etappen ist jederzeit möglich. Die vor Ort jeweils gültigen Corona-Schutzmaßnahmen werden selbstverständlich beachtet.

Im Videoaufruf zum Mitpilgern   Geht doch! Aufruf zur Teilnahme am 5. Pilgerweg für Klimagerechtigkeit auf der Website des Klimapilgerwegs www.klimapilgern.de und auf dem YouTube-Kanal Geht doch! – Klimapilgern  stellt das Projektbüro den Klimapilgerweg 2021 vor.

Ehrenamtliche in der kirchlichen Umwelt- und Klimaarbeit: hoch qualifiziert, hoch motiviert - aber manchmal auf der Suche nach breiterer Unterstützung

"Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Ehrenamt?" haben wir im Oktober 2016 per Online-Umfrage die über 1.100 Umweltbeauftragten in den Kirchengemeinden, Dekanatsbezirken und kirchlichen Einrichtungen sowie die Mitglieder der Umweltteams des Grünen Gockels gefragt. Die wesentlichen Ergebnisse sind im folgenden Download zusammengefasst.

Erfreulich: Die überwiegende Mehrheit fühlt sich gut bis sehr gut begleitet durch die Hauptamtlichen der kirchlichen Umwelt- und Klimaarbeit. Danke für dieses positive Feedback!

Beeindruckend: Das hohe Engagement der überwiegend hoch qualifizierten Ehrenamtlichen. Christlichen Glauben glaubwürdig zu leben und die Sorge um den Zustand unserer Welt sind dabei die Hauptmotivatoren.

Bedenkenswert: Rund ein Drittel der Befragten fühlt sich vor Ort allein gelassen: Dass wir als Christinnen und Christen verantwortlich und verantwortungsbewusst in und mit der Schöpfung Gottes leben, ist noch lange nicht selbstverständlich in unserer Kirche.

Zukunft gestalten - auch im Kleinen

Die Mitglieder der Zukunftswerkstatt

"Im Großen" haben die Mitglieder der UN bei der Klimakonferenz in Paris Fakten geschaffen. Nun geht es darum, die Vereinbarungen von Paris auch umzusetzen.

Dass dies auch "im Kleinen" möglich ist, davon ist Pfarrer Dr. Manfred Müller aus der Kirchengemeinde Prüfening überzeugt. Deswegen hat er eine Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen, in der die Prüfeninger überlegen und auch ganz konkret ausprobieren können, wie Klimaschutz und nachhaltiger Lebensstil "im Kleinen" funktionieren.

Die mittelbayerische Zeitung berichtet ausführlich darüber (dem Link folgen).

Umweltverantwortung - auch bei den Kirchentagen

Hesselberg-Kirchentag mit Landesbischof Bedford Strohm und Wolfgang SchürgerPfingst-"Ferien"? Nein, Zeit der Großveranstaltungen: Beim Bayerischen und beim Deutschen Kirchentag war die kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit mit einem eigenen Stand präsent - und konnte mit hohem Besuch rechnen:

Prälat Dutzmann mit Frau und Wolfgang Schürger

Auf dem Hesselberg stellte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm seine Kompetenz im Mülltrennen unter Beweis und brachte selbst Wolfgang Schürger ins Nachdenken, wo denn nun der alte Fahrradschlauch hin gehört (es gibt zwar mitunter Gummi-Sammlung, er muss aber dennoch in den Restmüll, da ein Metall-Gewebe im Gummi enthalten ist. (Foto: H. Assel)

In Stuttgart besuchte der Bevollmächtige der EKD bei der Bundesregierung, Prälat Dutzmann, mit Frau den Stand der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten zur "Mobilität der Zukunft" und stellte unter Beweis, dass man auch in verantwortlicher Position umweltfreundlich unterwegs sein kann: "Auch meine Brüssel-Termine plane ich in der Regel so, dass ich mit dem Zug anreisen kann."

Zeichen einer glaubwürdigen Kirche, gesellschaftliche Vorreiter – 40 Jahre Umwelt- und Klimaarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern  

Festakt 40 Jahre, Blick ins Publikum

Die Mitverantwortung für eine menschenwürdige Zukunft angesichts der vielfältigen Umweltschäden und -bedrohungen erfordert die Mitarbeit der Kirche." - Mit diesen Worten bittet die Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche in Deutschland in einem Schreiben vom 2. April 1974 alle Gliedkirchen, Umweltbeauftragte zu benennen und zu einem bundesweiten Koordinierungstreffen zu entsenden. Im Mai 1974 beruft der Landeskirchenrat Siegfried Pallmann als ersten Umweltbeauftragten der ELKB - nebenamtlich. Mit einem Festakt in Fürth St. Paul hat die Landeskirche am 19. Juli dieses 40-jährige Jubiläum gefeiert.

„Kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit ist nicht nur glaubwürdig, sie greift auch Themen auf, die andere noch nicht erkannt haben, wie zum Beispiel das aktuelle Schwerpunktthema ‚Wert(e)Stoffe – unser Umgang mit dem Müll‘: Auch das Bayerische Umweltministerium greift das Problem des Plastikabfalls auf und erarbeitet derzeit eine Strategie gegen Mikroplastik.“ Monika Kratzer, für Klimaschutz und Sekundärrohstoffe zuständige Abteilungsleiterin im bayerischen Umweltministerium, war voll des Lobes für einen Arbeitsbereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), der am 19. Juli sein 40-jähriges Bestehen feiern konnte.

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