Mittwoch, 18 September 2019
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Konfirmationsjubiläum als Impuls für das Morgen

KirschblütenIn vielen Kirchengemeinde gibt es die jährlichen Konfirmations-Jubiläen, die Silbernen, Goldenen, Diamantenen und weiteren Konfirmationen. Oft finden sich schon vorher Vertreter dieser Jahrgänge, mit denen man den Gottesdienst und das „Rahmenprogramm“ gemeinsam gestalten kann. Aus so einem Rahmenprogramm kann ein Impulse werden, wie die Region zukunftsfähig bleibt.

In meiner Gemeinde etwa kommen die Jubilare in der Pfingstzeit meist am Samstagnachmittag zusammen, besuchen den Friedhof, um ihrer verstorbenen Mitschüler, aber auch des Pfarrers oder der Lehrer von damals zu gedenken. Am Sonntag nach dem Gottesdienst bleiben sie dann bis weit in den Nachmittag in einer örtlichen Gaststätte zu munterer Geselligkeit beisammen.

Fast immer gehen die Gespräche – natürlich – schnell in die Vergangenheit zurück. Weißt du noch, wie das damals war? Fotos werden herumgezeigt, alte Zeiten sind erstaunlich präsent,gelegentlich etwas verklärt. Hierbei könnten die Gespräche durchaus etwas strukturiert und festgehalten werden – vielleicht auch in einer Begegnung mit den „grünen“ Konfirmanden, den eigenen Kindern, Enkeln, Urenkeln: Was war damals gut? Was hat uns am Ort geprägt? Was gibt es heute noch? Was ist schade, dass es verloren gegangen ist? Was könnte wieder entstehen? Was ist immer noch schön und muss bisweilen vor Bedrohungen geschützt werden?

In einem Nachbarort, höre ich, haben ältere rüstige Einwohner miteinander einen „Dorfladen“ gegründet, nachdem das letzte Geschäft geschlossen hatte. Damit man sich wieder zum Plaudern treffen kann und die Wege zum entfernten Supermarkt nicht so lang sind. Mit Gemüse und Obst aus den Gärten nebenan. Woanders wurde eine Fahrgemeinschaft zu Ärzten und Apotheken gebildet, damit nicht jeder das alleine organisieren muss und so Energie gespart wird. In einem städtischen Wohngebiet wird eine Fläche, die früher einmal Spiel- und Spaziergelände war und dann ein hässlicher Parkplatz wurde, wieder zurück begrünt.

Vielleicht können ähnliche Anregungen an solch einem Erinnerungstag entstehen und in der Kirchengemeinde sowie mit der Kommune weiter erörtert werden. Dies war ja bereits die Idee des Agenda-21-Prozesses, Soziales, Ökologisches und Ökonomisches ortsbezogen und gemeinsam in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Da tut vielfach eine Reanimierung gut.

Christian Schümann, Pfarrer in Ostheim v.d. Rhön