Samstag, 21 April 2018
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Wert(e)Stoffe

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Repair-Café: in Schweinfurt hoch geschätzt!

Repaircafé in SchweinfurtWer kennt sie nicht, die "zwei linken Hände"? Nicht jede oder jeder traut sich, das kaputte Rührgerät oder Bobbycart zu reparieren. Ein Auftrag an den Fachmann aber ist oft teurer als ein Neukauf. Repair-Cafés bieten hier eine Alternative: Technisch kompetente Ehrenamtliche bieten dort ihre praktische Hilfe an. Im Dekanat Schweinfurt ist das Repair-Café inzwischen gut etabliert. Drei bis vier Mal im Jahr bringen die Umweltteams der verschiedenen Kirchengemeinde Techniker_innen und Hilfesuchende im Pfarrsaal von St. Anton zusammen. Bis zu 15 Experten stehen dann für alle möglichen Fragen und Arbeiten zur Verfügung.

Wie froh die Schweinfurter_innen über das Angebot sind, zeigt die Dankesmail einer Besucherin: „ … beim gestrigen Repair-Cafe konnte mir wieder geholfen werden. Zudem habe ich erfahren, warum man den Batteriewechsel bei Armbanduhren besser nicht selber durchführen sollte.

Auch die Kuchen waren wieder sehr lecker. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, die wir hier in Gerolzhofen auch gerne hätten. Ich freue mich schon auf den 22. Oktober …. Großes Lob und ein dickes Dankeschön gebührt allen Organisatoren, Experten und fleißigen Helfern im Hintergrund, ohne die so eine Veranstaltung ja nicht machbar wäre. Auch der Stand der Essenretter vom 'Fair-Teiler' war eine hervorragende Idee. So konnten noch eine Vielzahl von Lebensmitteln vom Wegwerfen bewahrt werden.“

Im Bild: Emmi Sengfelder, Dekanatsumweltbeauftragte in Schweinfurt mit einem ehrenamtlichen Helfer im Repair-Café

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Mikroplastik und Meeresverschmutzung

Fischer mit Müll am KontainerMikroplastik, das in Peelings oder Duschgels eingesetzt wird, leistet einen mengenmäßig vergleichsweise geringen, gleichwohl unnötigen Beitrag zur Umweltverschmutzung. Das ergab eine Studie für das Umweltbundesamt (UBA). Die mengenmäßig bedeutsamste Quelle für Mikroplastik im Meer ist aber die Zersetzung größerer Plastikteile. Wenn großer Plastikmüll – von der Plastiktüte bis zum Fischernetz – über Flüsse oder direkt ins Meer gelangt, werden die großen Teile durch Wind, Wetter und Gezeiten zu sogenanntem sekundärem Mikroplastik zermahlen und zerkleinert. Rund sechs bis zehn Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion landen laut Studie in den Weltmeeren. Weltweit werden pro Jahr rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt (Stand 2013). Es ist davon auszugehen, dass bis zu 30 Millionen Tonnen davon pro Jahr weltweit im Meer laden – davon in Europa allein 3,4 bis 5,7 Millionen Tonnen pro Jahr.

Die Studie rät daher, sich nicht nur auf das primäre Mikroplastik zu konzentrieren, sondern den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt generell viel drastischer zu reduzieren. Nur so kann wirksam der Entstehung von sekundärem Mikroplastik in Meeren oder Binnengewässern vorgebeugt werden. Mittlerweile wurden unter deutscher Federführung globale und regionale Aktionspläne zur Bekämpfung von Meeresmüll aufgestellt.
Ein Beispiel ist die Fishing-For-Litter-Initiative. Fischerkutter werden hierbei so ausgestattet, dass sie aus dem Meer gefischten Müll an Bord verstauen und kostenfrei und sachgerecht in den Häfen entsorgen können. Das Projekt wird mittlerweile von allen Küstenbundesländern unterstützt und durchgeführt.

Die ausführliche Studie finden Sie unter diesem Link.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Avaaz fordert: Keine Lebensmittel im Supermarkt wegwerfen!

Lebensmittelabfall

Mit der Menge an Lebensmitteln, die in Europa weggeworfen wird, könnte man ein Viertel aller hungernden Menschen auf der Welt ernähren. In Frankreich wurde Supermärkten nun verboten, massenhaft Lebensmittel wegzuwerfen. Ein riesiger Erfolg -- wenn Sie die Kampagne von Avaaz.orgt unterstützen, können Sie dafür sorgen, dass Deutschland diesem Beispiel folgt und auch hier die enorme Essensverschwendung stoppt!

Foto: Avaaz.org

 

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Kein Fall für den (Sperr-)Müll - Schweinfurter Kirchengemeinden starten Repaircafé

Gedämpfte, erwartungsvolle Atmosphäre im sog. „Repair-Café“. Viele, aber keinesfalls laute Gespräche, eher Fachsimpeleien. Von interessierten Neugierigen umlagerte Arbeitstische. Ab und an vernehmbares Klopfen und Bohren im geräumigen Pfarrsaal von St. Anton.

Das alte Radio aus den Sechzigern - besser gesagt seine Besitzerin - muss sich noch etwas gedulden, was aber bei dem Kaffee- und Kuchenangebot nicht schwer fällt. Zudem liegen dort lesenswerte Flyer aus, z.B. „Zehn Tipps zum Spritsparen beim Autofahren“. Sobald ein Basteltisch frei geworden ist, wird die Dame anhand ihrer Laufnummer auf dem Anmeldebogen aufgerufen werden. Was an ihrem Gerät defekt ist, weiß sie also noch nicht. Natürlich könnte Sie sich für billiges Geld ein wunderschönes Neuradio kaufen, aber sie hängt eben an dem Nostalgie-Röhren-Stück. Und zugleich tut sie etwas gegen den Konsumterror und für die Ressourcen dieser Erde.

Repaircafé in WiesbadenEmmi Sengfelder, die Umweltbeauftragte des Evang.-Luth. Dekanates Schweinfurt, hat diesen ersten Repair-Café-Treff zusammen mit Kristina Schmitt, Umweltauditorin von St. Kilian, organisiert. Sie sind echt überrascht vom regen Interesse. Bereits eine Viertelstunde vor der eigentlichen Öffnung begann der Andrang. Sogar aus dem Landkreis Bad Kissingen und dem Dekanat  Bamberg seien einige eigens angereist, nachdem sie darüber in der Presse gelesen hatten. Doch Sengfelder hat nicht nur tüchtig die Werbetrommel gerührt, sondern auch ehrenamtliche, kirchliche Umweltgruppen in Gochsheim, Nieder- und Oberwerrn und Schweinfurt aktiviert und Vernetzungen hergestellt. Ferner sind Fachleute aus Schonungen, Schwebheim und Wipfeld anwesend – sie alle in ganz praktisch gelebter Ökumene.

Sogar Dekan Stefan Redelberger schaut vorbei, um sich ein Live-Bild in „seinem“ Gemeindehaus zu machen und die vortreffliche Organisation wertzuschätzen. Emmi Sengfelder betont: „Es geht um die Sache. Wir wollen für andere Menschen da sein. In unserer Umweltarbeit setzen wir einen Kontrapunkt gegen die Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft. Wir verstehen uns als  Anwälte für die Bewahrung der Schöpfung.“

Defekte Kaffeemaschinen, Toaster, Schallplattenspieler, Fahrräder, nackte Puppen, aufgeschlitzte Teddybären,  – eigentlich müsste dies alles entsorgt werden. Aber an vielem hängt eben die Erinnerung oder aber der Geldbeutel ist nicht so voll, dass sogleich Ersatz gekauft werden kann. Besonders um elektrisch-mechanische Utensilien geht es. Kostenpunkt? Am Ausgang steht eine aus Pappe gebastelte Spendenbox.

Inzwischen läuft das Projekt schon gut drei Stunden und Herr Brüggemann am Anmeldetisch wird, nach über hundert „Kunden“, nun einen Aufnahmestopp verhängen müssen, denn sonst wären die ehrenamtlichen Reparateure bis in den Abend hinein beschäftigt. Die Wartezeit beträgt inzwischen sowieso bis zu einer Stunde. Außerdem müssen hernach die mitgebrachten Spezialwerkzeuge wieder gut verstaut und der Saal saubergemacht werden.

Das nächste Repair-Café wird erst in einem halben Jahr, am 10. Oktober 2015, wieder im Pfarrsaal St. Anton von 10.00-14.00 Uhr öffnen. Für viele sicher ein bisschen spät. Manches kaputte Gerät dürfte dann schon entsorgt sein. Eigentlich schade drum.

Siegfried Bergler

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Mikroplastik in Bayern

Mikroplastik“ ist seit einiger Zeit in aller Munde, sei es als Putzkörper in Zahnpasta, sei es als mögliche Belastung in Gewässern. Zunächst wurde es in Weltmeeren nachgewiesen, aber auch Studien am Gardasee und an der österreichischen Donau lassen aufhorchen. In umfangreichen Forschungen untersucht das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) derzeit die Belastungssituation in bayerischen Flüssen und Seen und ermittelt mögliche Auswirkungen auf die Tierwelt.

 Einen Überblick über den Stand der Forschungsprojekte und weiterführende Links finden Sie im Artikel auf den Seiten des Bayerischen Lnadesamt für Umwelt.