Montag, 14 Oktober 2019
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Die jüdisch-christliche Tradition hat aber auch einen ganz besonderen Bezug zum Essen: Die Befreiungsgeschichte des Gottesvolkes beginnt mit einem gemeinsamen Essen - dem Passamahl vor dem Auszug aus Ägypten (2. Mose 12). Während der Wanderung durch die Wüste lernen die Menschen, dass Gott selbst dafür sorgt, dass sie genug zum Essen haben - aber auch, dass sie mit Lebensmitteln verantwortlich umgehen (2. Mose 16).

Auch im Wirken Jesu spielen Mahlzeiten eine wesentliche Rolle: mit dem Zöllner Zachäus sitzt er gemeinsam beim Essen (Lk 19,1-7), seine Feinde beschimpfen ihn gar als "Fresser und Weinsäufer" (Mt 11,19). Beim letzten Abendessen mit seinen Jüngerinnen und Jüngern macht er Brot und Wein, zwei Grundbestandteile jedes Festmahles, zu den sichtbaren Zeichen seiner bleibenden Gegenwart unter uns Menschen.Brot auf einem Silberteller und Wein aus Silberbechern auf einem Tisch

Gerade Brot ist daher in der christlichen Tradition immer wieder ein wichtiges Element, um einerseits den Dank für die Gaben des Schöpfers zum Ausdruck zu bringen (zum Beispiel an Erntedank) und andererseits auf den verantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln hin zu weisen.

Wenn wir Ernst nehmen, dass alle Lebensmittel gute Gabe Gottes sind, dann kann es uns nicht gleichgültig sein, unter welchen Bedingungen diese produziert werden:

  • unter welchen Bedingungen leben die Bäuerinnen und Bauern oder Arbeitskräfte, die sie produzieren?
  • haben die Tiere, von denen die Produkte stammen, ein artgerechtes Leben?
  • welche Auswirkungen haben Produktion und Vertrieb auf unsere Umwelt und das Klima?
  • wer profitiert von Herstellung und Vertrieb dieser Lebensmittel?
  • was tragen diese Lebensmittel zu einer gesunden Lebensweise bei?
  • können diese Lebensmittel dabei helfen, die Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren?

In den Schwerpunktjahren 2012 und 2013 wollen wir in möglichst vielen Gemeinden und Einrichtungen über diese Fragen nachdenken und Tipps zum verantwortlichen und genussvollen Handeln geben!