Montag, 22 Januar 2018
A+ R A-

Jahresthema 2012/13

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Online-Videokurs: Ernährung - nachhaltig

Im Online-Video-Kurs „Nachhaltigkeit in der Ernährung“ stellen Karl von Koerber und die Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung in 18 Lerneinheiten die Auswirkungen des Ernährungsverhaltens sowie der Ernährungssysteme auf die fünf Dimensionen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheit und Kultur dar: auf regionaler, nationaler und weltweiter Ebene. Gute Impulse für die Umwelt- und Klimaarbeit in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen!

Hier geht's zum externen Link!

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

„Fleischatlas“ stellt globale Auswirkungen des steigenden Fleischkonsums dar. Heinrich-Böll-Stiftung und BUND fordern Kehrtwende in der Agrarpolitik

Deckbatt der Broschüre FleischatlasNach den Skandalen der letzten Jahre wollen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Artgerechte Tierhaltung ist im Trend. Einerseits. Denn andererseits steigt der Fleischkonsum weltweit... Strukturen, Hintergründe und Folgen des globalen Hungers nach Fleisch stellt der Fleischatlas 2014 anschaulich zusammen.

Berlin: Im Durchschnitt isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere, verteilt auf vier Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Mit einem jährlichen Fleischverzehr von rund 60 Kilogramm essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. In den ärmsten Ländern der Welt liegt der Fleischkonsum unter 10 Kilogramm pro Jahr. Zugleich produzieren deutsche Fleischfabriken etwa 17 Prozent mehr Fleisch als verzehrt wird. Fast zwei Drittel der hiesigen Agrarflächen dienen inzwischen der Erzeugung von Futtermitteln. Diese und viele weitere Zahlen und Fakten enthält ein „Fleischatlas", der in Texten und Grafiken die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung aufzeigt und von der Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegeben wurde.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Die intensive Fleischproduktion ist nicht nur qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, sondern verschlingt gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen, die wir als Futtermittel aus Ländern des globalen Südens importieren. Nach China ist Europa der größte Importeur von Soja. Argentinien und Brasilien erweitern in großem Stil ihre Anbauflächen für die Sojaproduktion. Das liegt fast ausschließlich am Sojahunger unserer Schlachttiere. Der steigende Fleischkonsum macht Land mehr denn je zu einem wertvollen Gut", so Unmüßig weiter. Dies habe verheerende Folgen: „Mittlerweile nutzen wir nahezu ein Drittel der weltweiten Landflächen für die Futtermittelproduktion, während die Kleinbauern zunehmend ihr Land und damit ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage verlieren. Das Schnitzel auf unserem Teller geht also nicht selten auf Kosten der Ernährungssicherheit zahlreicher Menschen im Süden dieser Welt", kritisierte Unmüßig.

"Wir brauchen eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Das heißt: Subventionen für die intensive Fleischproduktion streichen, Landnahme im Süden verhindern, die kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern und das Menschenrecht auf Nahrung endlich ernst nehmen", forderte Unmüßig.

Der Fleischatlas zeigt auch, wie hoch der Einsatz von Antibiotika zur Gesunderhaltung der Tiere in der globalen Massenproduktion von Fleisch ist. Im weltweiten Ranking liegt Deutschland mit geschätzt etwa 170 Milligramm eingesetzten Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch auf einem der vorderen Plätze. Ergebnis davon ist die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen. Europaweit sterben im Jahr rund 25000 Menschen auf Grund von Antibiotika-Resistenzen.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisierte in diesem Zusammenhang Agrarministerin Ilse Aigner: „Deutschland scheint Exportweltmeister bei Hühnern und Schweinen werden zu wollen. Es werden weiter neue Megaställe gebaut, deren Förderung Fleisch beim Discounter scheinbar billig macht. Tatsächlich zahlen die Verbraucher einmal beim Kauf des Fleisches, dann mit Steuergeld für neue Ställe und Schlachthöfe und drittens für die Umwelt- und Gesundheitsschäden. Bundesagrarministerin Aigner hat es nicht geschafft, hier Veränderungen einzuleiten", sagte der BUND-Vorsitzende.

Der BUND setze sich dafür ein, bei der laufenden EU-Agrarreform die Vergabe der 60 Milliarden Euro Subventionen an strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen zu binden. „2013 muss die Bundesregierung zeigen, dass sie Lokomotive der EU-Agrarreform ist und nicht deren Bremserin", sagte der BUND-Vorsitzende. Deshalb werde sein Verband anlässlich der „Grünen Woche" in Berlin am 19. Januar gemeinsam mit einem breiten Bündnis eine große Demonstration für Korrekturen der deutschen und europäischen Agrarpolitik durchführen.

Den „Fleischatlas" finden Sie im Internet zum Download unter: www.bund.net/fleischatlas und www.boell.de/fleischatlas

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Vielleicht nicht mehr Vitamine - aber weniger Gift. Der Vorzug von Bio-Produkten

Titelbild der Broschüre Okolandbau des Umweltinstitutes in München

Die Bravata-Studie der Stanford Universität hat im Sommerloch 2012 für Aufmerksamkeit gesorgt: Wie zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 4. September 2012 berichtet, haben Forscher um Dena Bravata herausgefunden, dass Bio-Lebensmittel nur selten mehr Vitamine oder Nährstoffe enthalten als konventionell erzeugte Lebensmittel.

Betrachtet man allerdings die Pestizidrückstände, so kommt das Magazin Öko-Test in seiner Ausgabe vom 31. August 2012 zu einem anderen, erschreckenden Ergebnis: Iinsgesamt 20 Getreideprodukte hat ÖKO-TEST auf das Totalherbizid Glyphosat getestet. In 14 Produkten, also 70 Prozent der Proben, wurde Glyphosat nachgewiesen. Gefunden wurde das Gift nicht nur in Discounter-Billigwaren, sondern auch in Produkten bekannter Markenhersteller.

Damit steht fest: Der Einsatz des Pflanzengiftes zur Vorernte-Spritzung ist inzwischen Standard  und nicht nur eine Ausnahme, wie es uns die Lobbyverbände vorgaukeln. Neu ist auch der Nachweis, dass Glyphosat den Backprozess übersteht und selbst bei hohen Temperaturen stabil bleibt. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass die untersuchten Produkte noch mit Getreide vom Vorjahr hergestellt wurden  ein weiterer Beweis für den langsamen Abbauprozess und die Gefährlichkeit von Glyphosat.

Bei genauerer Betrachtung stellt sich zudem die Frage, warum der Grenzwert von Pflanzen, bei denen die Vorerntespritzung erlaubt ist, bei zehn Milligramm pro Kilogramm liegt, während bei fast allen anderen Obst- und Gemüsesorten nur 0,1 Milligramm erlaubt sind.

Das Umweltinstitut München forder vor diesem Hintergrund einen wirksamen Verbraucherschutz. Mit seiner  Aktion "Allestöter Roundup verbieten" tritt es für ein Verbot von glyphosathaltigen Pestiziden ein. Inzwischen haben bereits über 50.000 Menschen an der Aktion teilgenommen.

Über die Vorteilen von Bio-Lebensmitteln informiert das Umweltinstitut München in seinrer Broschüre "Ökolandbau - Umweltschutz und gesunde Lebensmittel".

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Arbeitshilfen zum Zwei-Jahresthema "Gscheit essen - mit Genuss und Verantwortung"

Deckblatt der Zeitschrift Nachhaltige Ernährung

Die Ökologische Akademie e.V., Linden hat mit Förderung durch das Bayerische Umweltministerium im Rahmen der Kampagne „Gscheit essen – mit Genuss und Verantwortung“ eine pädagogische Handreichung mit Grundlagen und guten Beispielen zur Nachhaltigen Ernährung veröffentlicht.

AutorInnen bundesweit anerkannter Umweltbildungseinrichtungen stellen in 16 Good-Practice –Beispielen aus den Handlungsfeldern „Ernährung und Lebensstile“, „Ernährung und Klima“ und „Ernährung global“ sowie aus Projekten mit besonderen Zielgruppen und in der Kooperation mit Schulen vor, wie Gestaltungskompetenzen mit Genuss, Kreativität und inhaltlichem Tiefgang angeeignet werden können.

Im einleitenden Kapitel umreißt Ködelpeter die wichtigsten Grundlagen nachhaltiger Ernährung, wobei er von den von v.Koerber/ Männle/Leitzmann (2004) entwickelten vier Dimensionen einer nachhaltigen Ernährung ausgeht. Die „Gesundheitsverträglichkeit“ erweitert die klassischen drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung.

Die Handreichung hat 48 Seiten und kann für Euro 10.- incl. Portokosten bestellt werden bei:

Ökologische Akademie e.V., Baiernrainer Weg 17, 83623 Dietramszell, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Gscheit essen - in globaler Verantwortung

Zwei Arbeiter im Garten beim Pflanzen

"Brot für die Welt, die Wurst bleibt hier." So abgedroschen dieser Satz ist, so deutlich macht er doch, dass Ernährung immer auch eine weltweite Dimension hat. Würden alle Menschen auf der Erde so einen hohen Fleischkonsum haben wie Deutsche oder US-Amerikaner, dann würde der fruchtbare Boden bei weitem nicht ausreichen, die Erdbevölkerung zu ernähren.

Auch Armut, Hunger und Umweltzerstörung gehen oft Hand in Hand. Wenn (Klein-)Bauern in den Ländern des Südens angemessene Preise für ihre Produkte erhalten, dann verbessern sich nicht nur ihre Lebensbedingungen. Auch die Umweltzerstörung geht dann zurück, die Bauern setzen sich oft sogar aktiv für die Mitwelt ein.

Das Nord Süd Forum hat eine Reihe von Hintergrundinformationen zu diesen weltweiten Dimensionen von "Gscheit essen" zusammen gestellt, auf die wir hier sehr gerne verweisen. Sie finden sie zum Download auf der Seite des Nord Süd Forums.

(Bild: Kleinbauern in Brasilien, Foto Wolfgang Schürger)