Dienstag, 19 März 2019
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Gottes Vielfalt: Lebensraum für alle Geschöpfe!

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

"Gottes Vielfalt - Lebensraum für alle Geschöpfe" und das Volksbegehren zur Förderung der Artenvielfalt in Bayern

Das von vielen Parteien und Organisationen getragene Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt ("Rettet die Bienen") ist zugelassen. Nun muss es die zweite Hürde nehmen, welche die bayerischen Regularien vorsehen: 10 Prozent der wahlberechtigten bayerischen Bevölkerung müssen sich vom 31.1. bis 13.2.2019 in den Rathäusern als Unterstützerinnen und Unterstützer eintragen lassen.

Die Anliegen des Volksbegehrens decken sich weitgehend mit den Schwerpunkten, die die kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit im Rahmen ihres aktuellen Zwei-Jahres-Themas setzt: Den Initiatoren geht es vor allem darum, in ganz Bayern einen Biotopnetzverbund zu schaffen und das Ausbringen von Pestiziden einzudämmen, um nicht nur den Bienen, Schmetterlingen und Vögeln, sondern dem gesamten Artenreichtum bessere Überlebenschancen zu verschaffen. An den Gewässern sollen Uferrandstreifen verpflichtend geschützt werden. In mehreren Artikeln soll das Naturschutzgesetz so verbessert werden, dass die Lebensgrundlagen gesichert werden und damit den gefährdeten Arten geholfen wird. In der landwirtschaftlichen Ausbildung sollen die Gründe des dramatischen Artenschwunds der letzten Jahrzehnte zum Lehrinhalt gemacht werden. Auch für den Ausbau der biologischen Landwirtschaft soll es gesetzlich festgelegt Ziele geben.

Großen Wert legen die Initiatoren darauf, „dass es sich nicht um eine Initiative gegen die Landwirtschaft handelt. Die bäuerlich arbeitenden Familienbetriebe sind vielmehr die Leidtragenden einer verfehlten Agrarpolitik, die sie in ein System des 'Wachsen oder Weichen' drängt und zu einen gigantischen Höfestreben geführt hat“, betont Agnes Becker, eine der Initiator*innen des Volksbegehrens.

Wenn die 10 Prozent Unterstützterinnen und Unterstützer erreicht werden, dann muss der Landtag sich mit den Inhalten des Volksbegehrens befassen. Er kann dieses dann 1 zu 1 in ein Gesetz umsetzen oder (was wahrscheinlicher ist) er kann einen eigenen Gesetzentwurf zum Thema verfassen und die beiden Varianten einem Volksentscheid unterziehen. In den nächsten Wochen geht es daher höchstwahrscheinlich noch nicht darum, über die Inhalte des Volksbegehrens endgültig abzustimmen. Unterstützerinnen und Unterstützer machen mit ihrer Unterschrift zunächst nur den nächsten Schritt direkter Demokratie in Bayern möglich - der eigentliche Volksentscheid findet dann später im Jahr statt. In einer Zeit, in der demokratische Strukturen sehr offen in Frage gestellt werden, sind solche Formen der aktiven Beteiligung absolut wichtig. Freie Christenmenschen sind mündige Bürgerinnen und Bürger - Wolfgang Schürger, der Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung freut sich daher sehr, dass bereits etliche Kirchengemeinden und Einrichtungen die regionalen Aktionsbündnisse unterstützen und für eine Beteiligung an der Eintragung werben. Mehr dazu auf den Seiten des Evangelischen Sonntagsblattes!

Machen auch Sie mit und gestalten Sie mit Ihrer Unterschrift aktiv die demokratische Kultur in unserem Freistaat!

Mehr Informationen: https://volksbegehren-artenvielfalt.de/

 

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten als Gäste in der Kirchengemeinde

Seit der InsektenhotelVeröffentlichung der sog.Krefeld-Studie im Sommer 2017 sind auch viele Kirchengemeinden über den Rückgang der heimischen Insekten besorgt. Und viele merken, dass es gar nicht so schwer ist, dagegen etwas zu tun: Wildbienen und andere Insekten lassen sich mit einem Insektenhotel leicht auf der Wiese vor dem Gemeindehaus oder auch auf dem Friedhof ansiedeln. In München St. Lukas wohnen Honigbienen auf dem Kirchturm, mitten in der Stadt.

Der Arbeitskreis Umwelt der Kirchengemeinde München-Solln hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wo die Gemeinde Lebensraum für Insekten und Vögel schaffen kann. Das Hintergrundpapier zu den "Stadtbienen" kann anderen Gemeinden bei der Entscheidung helfen, ob sie in die Imkerei einsteigen wollen.

Umfangreiche Informationen zu Wildbienen und Insektenhotels finden sich zum Beispiel auf der Webseite www.wildbee.ch

Nistkästen und Insektenhotels haben die Sollner übrigens mit Konfirmanden- und Jugendgruppen der Gemeinde gebaut. Von diesen werden die "Gästewohnungen" nun auch betreut!

Dateien:
Stadtbienen

Was muss eine Kirchengemeinde beachten, wenn sie Honigbienen bei sich ansiedeln will? Eine Zusammenstellung des AK Umwelt der Kirchengemeinde München-Solln.

Datum Freitag, 23. November 2018 15:57 Dateigröße 322.71 KB Download 98 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Hambacher Forst als Lebensgrundlage kommender Generationen erhalten!

Ruth Gütter, Referentin für Nachhaltigkeit der EKD, und Hans Diefenbacher, der Umweltbeauftragte des Rates der EKD, sprechen sich in einer Stellungnahme vom 17. September 2018 deutlich gegen eine Rodung des Hambacher Forstes zu jetzigen Zeitpunkt aus: "Wir betrachten die Vorbereitung der Rodung zum jetzigen Zeitpunkt als ein fatales Zeichen der Infragestellung der Klimaschutzziele, die sich die Bundesregierung selbst gesetzt hat. Diese Ziele sind nur mit einem möglichst schnellen Ausstieg aus der Kohleförderung zu erreichen. Wir raten dringend dazu, die Ergebnisse der 'Kohlekommission', die sie in einer Abschluss-Sitzung am 11. Dezember 2018 festlegen will, abzuwarten."

Nur wenn die Rodung auch "aus gesamtwirtschaftlicher Sicht" nötig sei - unter Abwägung der energiepolitischen Szenarien der nächsten Jahre und Jahrzehnte -, dann sei solch eine "unumkehrbare Zerstörung von über die Jahrhunderte gewachsener Natur" noch zu verantworten. Oberstes Ziel der Bundesregierung und aller gesellschaftlicher Akteure müsse es aber sein, die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu schützen. Einzelwirtschaftliche Profitperspektiven müssten dahinter zurück stehen.

Stellungnahme zur Rodung des Hambacher Forstes.

Foto: Timo Klostermeier, pixelio.de

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Werkzeugkoffer "Biologische Vielfalt"

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bietet auf seiner Webseite umfassende praktische Hinweise und Anleitungen für die Verbesserung der biologischen Vielfalt am Standort bis hin zu einem nachhaltigen Biodiversitätsmanagement.

Im "Werkzeugkoffer Biologische Vielfalt" finden sich für 17 Themen kurze Informationen und weiterführende Dokumente und Leitfäden. Die vorgestellten Maßnahmen reichen von einfachen Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse oder der Umgestaltung von Rasenflächen zu Blumenwiesen bis hin zu aufwendigeren Methoden, wie der Schaffung von Wasserflächen.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Blühwiese in Mittenwald: Vielfalt des Lebens entdecken!

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Mittenwald hat das Zwei-Jahres-Thema 2018/19 der Umwelt- und Klimaarbeit "Gottes Vielfalt" aufgegriffen und mit einer Blühwiese vor dem Gemeindehaus Lebensraum für viele Insekten geschaffen. Der Mittenwalder Pfarrer Wolfgang Scheel berichtet davon in seinem Gemeindebrief:

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass die Rasenflächen auf unserem Kirchengrundstück in diesem Sommer noch kein einziges Mal gemäht wurden und nun Gras und Blumen üppig und hoch wachsen.
Mit einem Schild an der Straßenseite werben wir um Verständnis: Bienen und andere Insekten finden immer weniger Wiesen und Pflanzen, die ihren Lebensraum bilden.
Ein bedrohlicher Rückgang der Zahl der Bienen und Insekten wurde schon wissenschaftlich festgestellt. Sterben die Bienen, dann ist auch die Befruchtung der Obstblüte gefährdet. Und wenn es zu wenig Insekten gibt, finden unsere heimischen Vögel nicht genügend Nahrung und verschwinden mehr und mehr.

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