Mittwoch, 11 Dezember 2019
A+ R A-

„Nach unserer Analyse können in den Privaten Haushalten Bayerns ca. 10 Milliarden Kilowattstunden Strom gespart werden, entsprechend ca. 2,2 Milliarden Euro. In den Bereichen Gewerbe, Handel und Industrie liegt ein Sparpotential von bis zu 20 Milliarden Kilowattstunden, das wäre eine Kostenreduktion von ca. 5,4 Milliarden Euro“, so Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz in Bayern.

Die Privaten Haushalte in Bayern verbrauchen mit ca. 24 Milliarden Kilowattstunden ca. 32 Prozent des Stroms in Bayern. Der Strom-Pro-Kopf-Verbrauch der bayerischen Haushalte liegt bei ca. 1.910 kWh pro Jahr.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, den Stromverbrauch im eigenen Haushalt zu reduzieren. Die typischen Haushaltsgeräte haben einen Anteil von 45 Prozent am Stromverbrauch, dort liegt das Einsparpotential bei ca. 14 Prozent am gesamten Stromverbrauch. Vor allem der Ersatz von alten Kühlschränken und Gefriertruhen durch moderne Geräte der Effizienzklassen A und spart über die Hälfte des verbrauchten Strom ein. Der Austausch alter Heizwasserpumpen durch moderne geregelte Pumpen reduziert den Stromverbrauch um über 80 Prozent.

Kommunikationsgeräte wie Fernseher und Computer verbrauchen ca. 24 Prozent unseres privaten Stroms – hier ist zum Beispiel eine Reduktion um 10 Prozent des Gesamtverbrauchs möglich. Konkrete Maßnahmen sind hier echtes Abschalten der Netzteile elektronischer Geräte vom Stromnetz, zum Beispiel durch Steckleisten mit Abschalttaste. Moderne Laptops verbrauchen deutlich weniger Strom im Betrieb als ältere Personal Computer.

Effizientere Geräteausstattung im Haushalt ergibt ein Einsparpotential von ca. 36 Prozent und ca. 4 Prozent ergäben sich aus verbessertem Nutzerverhalten.

Elektromotoren und elektrische Antriebe machen in Bayern ca. drei Viertel des Stromverbrauchs im Gewerbe aus. Der Stromverbrauch durch elektrische Pumpen zum Beispiel kann um bis zu 60 Prozent gesenkt werden, durch den Austausch alter ungeregelter Pumpen durch Pumpen mit moderner Regelung. In vielen Fällen ist dieser Austausch hoch wirtschaftlich und amortisiert sich meist finanziell in weniger als einem Jahr.