Donnerstag, 19 September 2019
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Artenvielfalt, Landwirtschaft, Gentechnik

Portrait von Albert Schweizer"Ich bin Leben, das leben will, unter Leben, das auch leben will.", so beschreibt Albert Schweitzer das Miteinander der Menschen mit ihren Mitgeschöpfen. Die Vielfalt der Schöpfung Gottes zu bewahren gehört zu dem Auftrag, den Gott uns als seine Statthalter auf Erden gegeben hat.

Kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit fragt daher immer wieder auch danach, wie das Miteinander der Geschöpfe in Land- und Forstwirtschaft gelingen kann. Wie sieht eine zukunftsfähige Landwirtschaft aus, die Lebensraum für alle Geschöpfe bewahrt, Menschen gut und gesund ernährt und Landwirtinnen und Landwirten ein auskömmliches Einkommen ermöglicht?

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Vorrang für die familiäre Landwirtschaft!

Ein Projekt im Rahmen von „Hilfe zur Selbsthilfe“

Am 16. Oktober 2013 war Welternährungstag. Der Bayerische Bauernverband weist in diesem Zusammenhang auf einen Sachverhalt hin, der vor einigen Jahren, als der Weltagrarbericht erschienen ist, noch zu großem Streit geführt hat: „Die Entwicklungsländer brauchen im Prinzip das, was wir haben: eine von Bauernfamilien getragene leistungsfähige und nachhaltige Landwirtschaft.“, sagt Georg Wimmer, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes.

Das gibt Hoffnung und öffnet Perspektiven für eine Zusammenarbeit. Die kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit betont nämlich schon lange den Wert der familiären Landwirtschaft für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Die Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbandes finden Sie hier.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Grüne Biotechnologie bewerten - ein neues Webportal

Kleinbauern in einer Landwirtschaftsschule in BrasilienDas Institut TTN, getragen von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Ludwig-Maximilians-Universität München will mit einem neuen "Bildungsportal" zu einer Versachlichung der Debatte um die Grüne Gentechnik beitragen. Das Webportal "Pflanzen-Forschung-Ethik" stellt Hintergrundinformationen zu naturwissenschaftlichen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Fragen hinsichtlich der Grünen Gentechnik zur Verfügung und möchte die BesucherInnen so zu einem eigenen ethischen Urteil befähigen. In einem Ethik-"GutAchten" kann dieses Urteil Schritt für Schritt interaktiv vollzogen werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus bewibt das Portal mit einem Anschreiben an alle Gymnasien in Bayern, der Bund Naturschutz kritisiert die seiner Ansicht nach tendenziöse Darstellung der genkritischen Positionen. Auf der Startseite des Portals kommen zum in Videobeiträgen fast nur Befürworter der Gentechnik zu Wort.

Probieren Sie das Webportal am Besten selber aus - und schreiben Sie eine Rückmeldung entweder direkt in das Diskussionsforum des Portals oder auch an den Beauftragten für Umwelt- und Klimaverantwortung.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Wolfgang Schürger vor der Kirche auf dem ErlebnisbauernhofGottes Vielfalt - außer Norm

"Det mit Gott wees ick ja nich.", so beginnt für Wolfgang Schürger zur Zeit manches Gespräch. "Aber dass ihr hier auf der Grünen Woche seid und euch für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln engagiert, das ist super!"

Zusammen mit Vertreterinnen der evangelischen und katholischen Dienste auf dem Land gestaltet der Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung gegenwärtig die "Kirche auf dem Erlebnisbauernhof" in Berlin.

Bei einer der größten Konsumenten- und Verbrauchermessen wollen die Kirchenvertreter Bewusstsein dafür schaffen, dass Jahr für Jahr Lebensmittel im Wert von rund 13 Mrd. Euro alleine in Deutschland auf dem Müll landen. Manche Früchte gelangen nicht einmal in den Handel, weil sie "außer Norm" sind, andere Produkte vergehen ungenutzt im Kühlschrank.

Einkaufen mit Plan und überlegte Resteküche sind zwei einfache Möglichkeiten, um Lebensmittelmüll zu vermeiden.

 

 

 

 

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Den Wald in Maßen nutzen - nicht in Massen...

Teilnehmer des Wochenendseminars im verregneten WaldDer Holzpreis ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Die Waldbauern freut es – aber der Nutzungsdruck auf den Wald wächst: Holzhäuser, Hackschnitzel, Pelletsheizung – Holz ist wieder „in“. „Verheizen wir jetzt den Wald?“ fragten daher in einem Wochenendseminar vom 20.-22. Juli der Umwelt- und Klimabeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Wolfgang Schürger, und Heidi Sprügel, Biologin und Umweltpädagogin am Evangelischen Bildungszentrum (EBZ) Bad Alexandersbad.

„Natürlich heizen wir mit Wald!“, wäre wohl die Antwort des Alexandersbader Bürgermeisters Peter Berek auf diese Frage. Das kommunale Heizkraftwerk, das im letzten Winter seine Bewährungsprobe bestanden hat, versorgt fast alle großen Gebäude in Alexandersbad. Rathaus und EBZ gehören natürlich dazu. Neben Hackschnitzeln aus der Region kommt auch Biogas zum Einsatz, das von Alexandersbader Landwirten produziert wird. Ganz nebenbei liefert die Anlage noch einen guten Teil des in Alexandersbad benötigten Stroms. Berek achtet beim Einkauf darauf, dass die Hackschnitzel aus minderwertigen Teilen der Bäume hergestellt sind: „Das wertvolle Stammholz muss weiterhin für Bau und Schreinerei zur Verfügung stehen.“

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  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Bergbäuerliche Landwirtschaft stärken!

Gefährdete Vielfalt: Bergwiese mit Thymian und Klappertopf. © Gunther WillingerRadolfzell. Ein breites Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und Naturschutz fordert die EU-Kommission und die Politiker der EU-Mitgliedsstaaten auf, die Berglandwirtschaft in der künftigen EU-Agrarpolitik stärker zu fördern und gezielt zu unterstützen. „Die Berglandwirtschaft ist das Rückgrat der Bergregionen. Mit der Pflege von extensiven Bergwiesen und -weiden erhalten die Bergbauern eine unserer wertvollsten und artenreichsten Kulturlandschaften. Die von der EU-Kommission vorgelegten Gesetzesvorschläge für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 werden den Erfordernissen der Berglandwirtschaft jedoch bei weitem nicht gerecht. Hier gilt es dringend nachzubessern“, kritisiert Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor der EuroNatur Stiftung. In ihrem Ende Mai 2012 veröffentlichten Positionspapier zeigt die von EuroNatur koordinierte „Allianz für Naturschutz und Landwirtschaft in den Alpen“ konkrete Verbesserungsvorschläge auf.

Die bisherige Verteilung der EU-Agrarsubventionen benachteiligt die Bergbauern deutlich. So erhalten Grünlandflächen in den meisten Mitgliedsstaaten nach wie vor weniger Direktzahlungen als Ackerflächen. Da die Fördergelder zudem rein nach Fläche ausgezahlt werden, erhalten die großen Betriebe auch die größten Förderbeträge. Der zumeist sehr hohe Arbeitsaufwand der Bergbauernbetriebe wird hingegen bislang nicht honoriert. „Ein Zusammenspiel aus viel Arbeit, geringem Einkommen und steigenden Erzeugerpreisen führt dazu, dass gerade in den schwer zu bewirtschaftenden Hanglagen der Bergregionen immer mehr Betriebe auf der Strecke bleiben“, sagt Lutz Ribbe. Mit dieser Entwicklung gerät auch die hohe Biodiversität der alpinen Kulturlandschaft in Gefahr. Denn wo die Bergbauern die extensive Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden aufgeben, wachsen die wertvollen Offenlebensräume rasch zu. Die verbleibenden Betriebe konzentrieren sich zunehmend auf die Flächen in den zugänglicheren Lagen und bewirtschaften diese zum Teil unter hohem Einsatz von Maschinen und Düngemitteln.

„Um die hohe Biodiversität der Alpen und anderer Bergregionen Europas wiederherzustellen und langfristig zu erhalten, bedarf es eines differenzierteren Fördersystems“, sagt EuroNatur-Projektleiterin Anne Katrin Heinrichs. In ihrem Positionspapier fordern die Verbände unter anderem, dass die künftige Agrarpolitik den Arbeitseinsatz der Landwirte viel stärker berücksichtigt. Zudem sollen die Mittel konsequent an Naturschutzziele gebunden und extensives Grünland als typisches Element der alpinen Kulturlandschaft erhalten und gefördert werden. Bei der Umsetzung dieser Ziele kommt auch den EU-Mitgliedsstaaten eine hohe Verantwortung zu. „Die Verwaltungen auf nationaler und regionaler Ebene haben große Spielräume bei der Umsetzung der Vorgaben aus Brüssel. Wir fordern daher alle Mitgliedsstaaten auf, diese Spielräume für eine zukunftsfähige Berglandwirtschaft voll auszuschöpfen und eigene, auf ihre Bergregionen zugeschnitte Berglandwirtschaftsprogramme aufzulegen“, sagt Anne Katrin Heinrichs.

Hintergrundinformationen:

Das Positionspapier „Alpine Vielfalt erhalten“ der „Allianz für Landwirtschaft und Naturschutz in den Alpen“ steht hier zum Download bereit.