Samstag, 21 April 2018
A+ R A-

Artenvielfalt, Landwirtschaft, Gentechnik

Portrait von Albert Schweizer"Ich bin Leben, das leben will, unter Leben, das auch leben will.", so beschreibt Albert Schweitzer das Miteinander der Menschen mit ihren Mitgeschöpfen. Die Vielfalt der Schöpfung Gottes zu bewahren gehört zu dem Auftrag, den Gott uns als seine Statthalter auf Erden gegeben hat.

Unter dem Slogan "Gottes Vielfalt: Lebensraum für alle Geschöpfe" ist die biologische Vielfalt Schwerpunkt der kirchlichen Umwelt- und Klimaarbeit in den Jahren 2018/19.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Bio-Fair ist Gold wert!

Minister Brunner mit den PreisträgernBerlin – Bayerns beste Bio-Produkte 2016 kommen von den Naturland Partnern Archehof Schlickenrieder in Otterfing und Bio-Kontor 7 in Bad Aibling. Gleich zwei der insgesamt zehn Auszeichnungen, die Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am Samstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vergab, gingen an Naturland Fair zertifizierte Produkte. Eine Auszeichnung in Gold gab es für den Apfelbrand von Georg Schlickenrieder, Bronze für das „Chiemgau Risotto mit Bayerischem Fisch“ von Bio-Konto 7. Der Wettbewerb „Bayerns beste Bio-Produkte” wird von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) organisiert, um die Qualität bayerischer Öko-Lebensmittel anhand ausgewählter Produkte darzustellen.
Faire Erzeugerpreise, verlässliche Handelsbeziehungen und soziale Verantwortung sind u.a. die Voraussetzungen für eine Naturland Fair Zertifizierung, mit der Unternehmen ihr Bekenntnis zu engagiertem Miteinander im wirtschaftlichen Handeln sowie in der Gesellschaft verdeutlichen.

Beim diesjährigen Wettbewerb hatten sich bayerische Öko-Erzeuger und –Verarbeiter mit insgesamt 47 verschiedenen Produkten um eine der Auszeichnungen in den Kategorien Gold, Silber, Bronze und Innovation beworben. Eine Jury wählte die zehn besten Produkte nach festgelegten Kriterien aus wie regionaler Rohstoffbezug, Produktqualität und soziales Engagement des Unternehmens. „Mir ist es ein Anliegen, dass wir Bio und Regional miteinander verknüpfen“, betonte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei der Preisverleihung am Samstag in der Bayern-Halle auf der Grünen Woche.

Für Naturland gratulierte Michael Stienen, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH, den Gewinnern. „Georg Schlickenrieder und Konrad Geiger von Bio-Kontor 7 zeigen auf hervorragende Weise, wie man mit höchster Öko- Qualität, konsequenter Regionalität und fairen Produkten eine erfolgreiche Vermarktung aufbaut“, sagte Stienen.
Der goldprämierte Apfelbrand vom Archehof Schlickenrieder ist Naturland Fair zertifiziert und wird aus hofeigenen alten Apfelsorten hergestellt. Die eigenen Produkte wie Fleisch, Felle und die selbst gebrannten Edelbrände werden direkt ab Hof vermarktet. Auch das „Chiemgau Risotto mit Bayerischem Fisch“, das als Fertiggericht über den Online-Shop von Bio-Kontor 7 erhältlich ist, wird nach den Richtlinien von Naturland Fair hergestellt. Das Unternehmen bezieht seine Bio-Rohstoffe größtenteils von regionalen Erzeugern und Verarbeitern. Basis des Chiemgau Risottos ist der „Bayerische Reis“ vom Naturland Betrieb Chiemgaukorn, der 2015 als Bestes Bayerisches Bio-Produkt mit Gold ausgezeichnet wurde.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Blick in einen Wald

Wald als Lebensraum

Udo Kaller ist Baumsachverständiger, aber auch Jäger. Er kennt Wälder, Wiesen und Felder sehr gut. Er weiß, was da alles wächst und lebt - und manchmal miteinander in Konkurrenz zu stehen scheint. Von "Schädlingen" und "Unkräutern" ist dann schnell die Rede. Im eigenen Wald fördert er nun aber eine möglichst große Vielfalt der Arten. "Wald als Lebensraum" ist ein Werkstattbericht und ein Plädoyer für Artenvielfalt in Wald und Flur.

Dateien:
Wald als Lebensraum Beliebt

"Unkraut", "Schädling" oder "Artenvielfalt"? Es kommt immer auf die Perspektive an, wie ich die unterschiedlichen Pflanzen und Tiere in Wald, Feld und Flur betrachte. Udo Kaller, Baumsachverständiger, Jäger und Umweltbeauftragter für den Kirchenkreis Augsburg, ermutigt zu mehr Experimentierfreude beim Waldumbau - zugunsten eines vielfältigen Lebensraums.

Datum Donnerstag, 07. Januar 2016 12:38 Dateigröße 86.37 KB Download 1.473 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Beschwerde gegen Patent auf Milchkühe hat Erfolg

8.10.2015 Eine für heute angesetzte Verhandlung vor der Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) fällt aus, weil die Patentinhaber des 2007 erteilten europäischen Patents auf Milchkühe (EP1330552) sich kurz vor der Verhandlung zurückgezogen haben. Das Patent umfasst Verfahren zur Züchtung von Kühen als auch gentechnisch manipulierten Milchkühen, die eine höhere Leistung erzielen sollen. Grund für den Einspruch war die Befürchtung, dass durch Patente im Bereich der Tierzucht neue Abhängigkeiten von großen Konzernen entstehen und eine schleichende Enteignung der Landwirte stattfindet. Das EPA widerrief jetzt das Patent.

Die Entscheidung ist ein Erfolg für den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR, das Gen-ethische Netzwerk (GeN), die „Initiative Kein Patent auf Leben!“ und Greenpeace, die vor acht Jahren gemeinsam Einspruch gegen das Patent eingelegt hatten. Die Europäischen Patentgesetze verbieten Patente auf Tierarten und auf Verfahren zur Zucht von Tieren, dennoch werden derartige Patente immer wieder erteilt. Das EPA legt Verbote immer wieder so aus, dass diese wirkungslos bleiben. Auch mit dem aktuellen Erfolg ist das Problem daher noch nicht vom Tisch.

Weiterlesen: Beschwerde gegen Patent auf Milchkühe hat Erfolg
  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Artenvielfalt auch im Landeskirchenamt

Bienen im LKA der EKiR

... allerdings der Rheinischen Kirche: "Wir haben uns deutlich vermehrt", meinte der Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Johann Weusmann, in der Pressekonferenz Anfang Juni 2015 anlässlich der Ansiedlung von 200.000 Bienen in einem Gartenstück des Landeskirchenamts in Düsseldorf.

Ein tolles Beispiel dafür, wie Artenvielfalt auf kirchlichen Flächen gefördert werden kann. Den ausführlichen Bericht finden Sie unter diesem Link.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Agarbündnis Bayern: Familiäre Landwirtschaft stärken!

IKühe auf der Weidem „Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienlandwirtschaft“, das die Vereinten Nationen für 2014 ausgerufen haben, wird viel über bäuerliche Landwirtschaft geredet. Weltweit bewirtschaften ca. 80 % der Betriebe weniger als 2 Hektar. Der UN Botschafter für bäuerliche Familienlandwirtschaft, Gerd Sonnleitner, der bis 2012  Präsident des Bayerischen,  Deutschen und europäischen Bauernverbands war, empfiehlt diesen  Betrieben, sich „zu produktiven Einheiten“ zusammenzuschließen, „sich anzupassen oder auszuscheiden“.

Das "Agrarbündnis Bayern", in dem auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern über ihr Werk für Entwicklungszusammenarbeit "Mission-EineWelt" vertreten ist, plädiert dagegen dafür, die bäuerliche, familiäre Landwirtschaft zu stärken, wie es der Weltagrarbericht der UN aus dem Jahr 2009 fordert.

Weiterhin werde auf den  sogenannten Strukturwandel gesetzt, durch den die Zahl der Bauernhöfe stetig verringert wurde. Die Situation der verbliebenen Höfe habe sich aber nicht entscheidend verbessert. Auch in Bayern mussten seit der Jahrtausendwende mehr als ein Drittel der Bauernhöfe  aufgeben. Von  149.000 Betrieben in 1999 sind nur noch  ca.93.000 übrig geblieben. Am Ende des Strukturwandels, der durch eine falsche Förderpolitik auch noch angeschoben wird, stehe zwangsläufig eine industrielle Landwirtschaft, so das Agrarbündnis Bayern. Die Existenz von Agrarfabriken und Massentierhaltungen  zu leugnen löse das Problem nicht.

Weiterlesen: Agarbündnis Bayern: Familiäre Landwirtschaft stärken!