Donnerstag, 26 November 2020
A+ R A-

Artenvielfalt, Landwirtschaft, Gentechnik

Portrait von Albert Schweizer"Ich bin Leben, das leben will, unter Leben, das auch leben will.", so beschreibt Albert Schweitzer das Miteinander der Menschen mit ihren Mitgeschöpfen. Die Vielfalt der Schöpfung Gottes zu bewahren gehört zu dem Auftrag, den Gott uns als seine Statthalter auf Erden gegeben hat.

Kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit fragt daher immer wieder auch danach, wie das Miteinander der Geschöpfe in Land- und Forstwirtschaft gelingen kann. Wie sieht eine zukunftsfähige Landwirtschaft aus, die Lebensraum für alle Geschöpfe bewahrt, Menschen gut und gesund ernährt und Landwirtinnen und Landwirten ein auskömmliches Einkommen ermöglicht?

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Bio-Fair ist Gold wert!

Minister Brunner mit den PreisträgernBerlin – Bayerns beste Bio-Produkte 2016 kommen von den Naturland Partnern Archehof Schlickenrieder in Otterfing und Bio-Kontor 7 in Bad Aibling. Gleich zwei der insgesamt zehn Auszeichnungen, die Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am Samstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vergab, gingen an Naturland Fair zertifizierte Produkte. Eine Auszeichnung in Gold gab es für den Apfelbrand von Georg Schlickenrieder, Bronze für das „Chiemgau Risotto mit Bayerischem Fisch“ von Bio-Konto 7. Der Wettbewerb „Bayerns beste Bio-Produkte” wird von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) organisiert, um die Qualität bayerischer Öko-Lebensmittel anhand ausgewählter Produkte darzustellen.
Faire Erzeugerpreise, verlässliche Handelsbeziehungen und soziale Verantwortung sind u.a. die Voraussetzungen für eine Naturland Fair Zertifizierung, mit der Unternehmen ihr Bekenntnis zu engagiertem Miteinander im wirtschaftlichen Handeln sowie in der Gesellschaft verdeutlichen.

Beim diesjährigen Wettbewerb hatten sich bayerische Öko-Erzeuger und –Verarbeiter mit insgesamt 47 verschiedenen Produkten um eine der Auszeichnungen in den Kategorien Gold, Silber, Bronze und Innovation beworben. Eine Jury wählte die zehn besten Produkte nach festgelegten Kriterien aus wie regionaler Rohstoffbezug, Produktqualität und soziales Engagement des Unternehmens. „Mir ist es ein Anliegen, dass wir Bio und Regional miteinander verknüpfen“, betonte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei der Preisverleihung am Samstag in der Bayern-Halle auf der Grünen Woche.

Für Naturland gratulierte Michael Stienen, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH, den Gewinnern. „Georg Schlickenrieder und Konrad Geiger von Bio-Kontor 7 zeigen auf hervorragende Weise, wie man mit höchster Öko- Qualität, konsequenter Regionalität und fairen Produkten eine erfolgreiche Vermarktung aufbaut“, sagte Stienen.
Der goldprämierte Apfelbrand vom Archehof Schlickenrieder ist Naturland Fair zertifiziert und wird aus hofeigenen alten Apfelsorten hergestellt. Die eigenen Produkte wie Fleisch, Felle und die selbst gebrannten Edelbrände werden direkt ab Hof vermarktet. Auch das „Chiemgau Risotto mit Bayerischem Fisch“, das als Fertiggericht über den Online-Shop von Bio-Kontor 7 erhältlich ist, wird nach den Richtlinien von Naturland Fair hergestellt. Das Unternehmen bezieht seine Bio-Rohstoffe größtenteils von regionalen Erzeugern und Verarbeitern. Basis des Chiemgau Risottos ist der „Bayerische Reis“ vom Naturland Betrieb Chiemgaukorn, der 2015 als Bestes Bayerisches Bio-Produkt mit Gold ausgezeichnet wurde.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Blick in einen Wald

Wald als Lebensraum

Udo Kaller ist Baumsachverständiger, aber auch Jäger. Er kennt Wälder, Wiesen und Felder sehr gut. Er weiß, was da alles wächst und lebt - und manchmal miteinander in Konkurrenz zu stehen scheint. Von "Schädlingen" und "Unkräutern" ist dann schnell die Rede. Im eigenen Wald fördert er nun aber eine möglichst große Vielfalt der Arten. "Wald als Lebensraum" ist ein Werkstattbericht und ein Plädoyer für Artenvielfalt in Wald und Flur.

Dateien:
pdf.png Wald als Lebensraum Beliebt

"Unkraut", "Schädling" oder "Artenvielfalt"? Es kommt immer auf die Perspektive an, wie ich die unterschiedlichen Pflanzen und Tiere in Wald, Feld und Flur betrachte. Udo Kaller, Baumsachverständiger, Jäger und Umweltbeauftragter für den Kirchenkreis Augsburg, ermutigt zu mehr Experimentierfreude beim Waldumbau - zugunsten eines vielfältigen Lebensraums.

Datum Donnerstag, 07. Januar 2016 12:38 Dateigröße 86.37 KB Download 2.588 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Beschwerde gegen Patent auf Milchkühe hat Erfolg

8.10.2015 Eine für heute angesetzte Verhandlung vor der Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) fällt aus, weil die Patentinhaber des 2007 erteilten europäischen Patents auf Milchkühe (EP1330552) sich kurz vor der Verhandlung zurückgezogen haben. Das Patent umfasst Verfahren zur Züchtung von Kühen als auch gentechnisch manipulierten Milchkühen, die eine höhere Leistung erzielen sollen. Grund für den Einspruch war die Befürchtung, dass durch Patente im Bereich der Tierzucht neue Abhängigkeiten von großen Konzernen entstehen und eine schleichende Enteignung der Landwirte stattfindet. Das EPA widerrief jetzt das Patent.

Die Entscheidung ist ein Erfolg für den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR, das Gen-ethische Netzwerk (GeN), die „Initiative Kein Patent auf Leben!“ und Greenpeace, die vor acht Jahren gemeinsam Einspruch gegen das Patent eingelegt hatten. Die Europäischen Patentgesetze verbieten Patente auf Tierarten und auf Verfahren zur Zucht von Tieren, dennoch werden derartige Patente immer wieder erteilt. Das EPA legt Verbote immer wieder so aus, dass diese wirkungslos bleiben. Auch mit dem aktuellen Erfolg ist das Problem daher noch nicht vom Tisch.

Weiterlesen: Beschwerde gegen Patent auf Milchkühe hat Erfolg
  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Vorrang für die familiäre Landwirtschaft!

Ein Projekt im Rahmen von „Hilfe zur Selbsthilfe“

Am 16. Oktober 2013 war Welternährungstag. Der Bayerische Bauernverband weist in diesem Zusammenhang auf einen Sachverhalt hin, der vor einigen Jahren, als der Weltagrarbericht erschienen ist, noch zu großem Streit geführt hat: „Die Entwicklungsländer brauchen im Prinzip das, was wir haben: eine von Bauernfamilien getragene leistungsfähige und nachhaltige Landwirtschaft.“, sagt Georg Wimmer, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes.

Das gibt Hoffnung und öffnet Perspektiven für eine Zusammenarbeit. Die kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit betont nämlich schon lange den Wert der familiären Landwirtschaft für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Die Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbandes finden Sie hier.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Grüne Biotechnologie bewerten - ein neues Webportal

Kleinbauern in einer Landwirtschaftsschule in BrasilienDas Institut TTN, getragen von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Ludwig-Maximilians-Universität München will mit einem neuen "Bildungsportal" zu einer Versachlichung der Debatte um die Grüne Gentechnik beitragen. Das Webportal "Pflanzen-Forschung-Ethik" stellt Hintergrundinformationen zu naturwissenschaftlichen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Fragen hinsichtlich der Grünen Gentechnik zur Verfügung und möchte die BesucherInnen so zu einem eigenen ethischen Urteil befähigen. In einem Ethik-"GutAchten" kann dieses Urteil Schritt für Schritt interaktiv vollzogen werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus bewibt das Portal mit einem Anschreiben an alle Gymnasien in Bayern, der Bund Naturschutz kritisiert die seiner Ansicht nach tendenziöse Darstellung der genkritischen Positionen. Auf der Startseite des Portals kommen zum in Videobeiträgen fast nur Befürworter der Gentechnik zu Wort.

Probieren Sie das Webportal am Besten selber aus - und schreiben Sie eine Rückmeldung entweder direkt in das Diskussionsforum des Portals oder auch an den Beauftragten für Umwelt- und Klimaverantwortung.