Montag, 22 Januar 2018
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Artenvielfalt, Landwirtschaft, Gentechnik

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Bio-Fair ist Gold wert!

Minister Brunner mit den PreisträgernBerlin – Bayerns beste Bio-Produkte 2016 kommen von den Naturland Partnern Archehof Schlickenrieder in Otterfing und Bio-Kontor 7 in Bad Aibling. Gleich zwei der insgesamt zehn Auszeichnungen, die Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am Samstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vergab, gingen an Naturland Fair zertifizierte Produkte. Eine Auszeichnung in Gold gab es für den Apfelbrand von Georg Schlickenrieder, Bronze für das „Chiemgau Risotto mit Bayerischem Fisch“ von Bio-Konto 7. Der Wettbewerb „Bayerns beste Bio-Produkte” wird von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) organisiert, um die Qualität bayerischer Öko-Lebensmittel anhand ausgewählter Produkte darzustellen.
Faire Erzeugerpreise, verlässliche Handelsbeziehungen und soziale Verantwortung sind u.a. die Voraussetzungen für eine Naturland Fair Zertifizierung, mit der Unternehmen ihr Bekenntnis zu engagiertem Miteinander im wirtschaftlichen Handeln sowie in der Gesellschaft verdeutlichen.

Beim diesjährigen Wettbewerb hatten sich bayerische Öko-Erzeuger und –Verarbeiter mit insgesamt 47 verschiedenen Produkten um eine der Auszeichnungen in den Kategorien Gold, Silber, Bronze und Innovation beworben. Eine Jury wählte die zehn besten Produkte nach festgelegten Kriterien aus wie regionaler Rohstoffbezug, Produktqualität und soziales Engagement des Unternehmens. „Mir ist es ein Anliegen, dass wir Bio und Regional miteinander verknüpfen“, betonte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei der Preisverleihung am Samstag in der Bayern-Halle auf der Grünen Woche.

Für Naturland gratulierte Michael Stienen, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH, den Gewinnern. „Georg Schlickenrieder und Konrad Geiger von Bio-Kontor 7 zeigen auf hervorragende Weise, wie man mit höchster Öko- Qualität, konsequenter Regionalität und fairen Produkten eine erfolgreiche Vermarktung aufbaut“, sagte Stienen.
Der goldprämierte Apfelbrand vom Archehof Schlickenrieder ist Naturland Fair zertifiziert und wird aus hofeigenen alten Apfelsorten hergestellt. Die eigenen Produkte wie Fleisch, Felle und die selbst gebrannten Edelbrände werden direkt ab Hof vermarktet. Auch das „Chiemgau Risotto mit Bayerischem Fisch“, das als Fertiggericht über den Online-Shop von Bio-Kontor 7 erhältlich ist, wird nach den Richtlinien von Naturland Fair hergestellt. Das Unternehmen bezieht seine Bio-Rohstoffe größtenteils von regionalen Erzeugern und Verarbeitern. Basis des Chiemgau Risottos ist der „Bayerische Reis“ vom Naturland Betrieb Chiemgaukorn, der 2015 als Bestes Bayerisches Bio-Produkt mit Gold ausgezeichnet wurde.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Blick in einen Wald

Wald als Lebensraum

Udo Kaller ist Baumsachverständiger, aber auch Jäger. Er kennt Wälder, Wiesen und Felder sehr gut. Er weiß, was da alles wächst und lebt - und manchmal miteinander in Konkurrenz zu stehen scheint. Von "Schädlingen" und "Unkräutern" ist dann schnell die Rede. Im eigenen Wald fördert er nun aber eine möglichst große Vielfalt der Arten. "Wald als Lebensraum" ist ein Werkstattbericht und ein Plädoyer für Artenvielfalt in Wald und Flur.

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Wald als Lebensraum Beliebt

"Unkraut", "Schädling" oder "Artenvielfalt"? Es kommt immer auf die Perspektive an, wie ich die unterschiedlichen Pflanzen und Tiere in Wald, Feld und Flur betrachte. Udo Kaller, Baumsachverständiger, Jäger und Umweltbeauftragter für den Kirchenkreis Augsburg, ermutigt zu mehr Experimentierfreude beim Waldumbau - zugunsten eines vielfältigen Lebensraums.

Datum Donnerstag, 07. Januar 2016 12:38 Dateigröße 86.37 KB Download 1.351 Download

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Beschwerde gegen Patent auf Milchkühe hat Erfolg

8.10.2015 Eine für heute angesetzte Verhandlung vor der Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) fällt aus, weil die Patentinhaber des 2007 erteilten europäischen Patents auf Milchkühe (EP1330552) sich kurz vor der Verhandlung zurückgezogen haben. Das Patent umfasst Verfahren zur Züchtung von Kühen als auch gentechnisch manipulierten Milchkühen, die eine höhere Leistung erzielen sollen. Grund für den Einspruch war die Befürchtung, dass durch Patente im Bereich der Tierzucht neue Abhängigkeiten von großen Konzernen entstehen und eine schleichende Enteignung der Landwirte stattfindet. Das EPA widerrief jetzt das Patent.

Die Entscheidung ist ein Erfolg für den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR, das Gen-ethische Netzwerk (GeN), die „Initiative Kein Patent auf Leben!“ und Greenpeace, die vor acht Jahren gemeinsam Einspruch gegen das Patent eingelegt hatten. Die Europäischen Patentgesetze verbieten Patente auf Tierarten und auf Verfahren zur Zucht von Tieren, dennoch werden derartige Patente immer wieder erteilt. Das EPA legt Verbote immer wieder so aus, dass diese wirkungslos bleiben. Auch mit dem aktuellen Erfolg ist das Problem daher noch nicht vom Tisch.

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  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Artenvielfalt auch im Landeskirchenamt

Bienen im LKA der EKiR

... allerdings der Rheinischen Kirche: "Wir haben uns deutlich vermehrt", meinte der Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Johann Weusmann, in der Pressekonferenz Anfang Juni 2015 anlässlich der Ansiedlung von 200.000 Bienen in einem Gartenstück des Landeskirchenamts in Düsseldorf.

Ein tolles Beispiel dafür, wie Artenvielfalt auf kirchlichen Flächen gefördert werden kann. Den ausführlichen Bericht finden Sie unter diesem Link.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Umweltbeauftragte diskutieren über transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP

Knapp 200 ehrenamtliche Umweltbeauftragte haben an den Landestreffen am 24. und 31. Januar in Nürnberg und München teilgenommen. Den inhaltlichen Schwerpunkt der Treffen bildete die Auseinandersetzung mit dem geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP. Wolfgang Schürger hatte dieses Thema gewählt, da im Zusammenhang der Diskussion um das Abkommen immer wieder die Sorge geäußert wird, dass die hohen deutschen und europäischen Umweltstandards nicht zu halten seien.

Wolfgang Schürger, Karin Deraed, Thomas Krämer und Stefan Albat (von links)Marc Hilgenfeld und Stefan Albat, Spitzenvertreter des Verbands der Bayerischen Wirtschaft, betonten, dass die Verhandlungen von dem Anliegen geprägt seien, hohe Standards zu vereinbaren, die dann auch Auswirkungen auf den übrigen Welthandel haben können. Deutlich wurde, dass es dabei gerade im industriellen Bereich um zum Teil komplexe Normierungen geht, durch deren Vereinheitlichung viel Zeit und Geld gespart werden kann.

Die kirchlichen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit treten zwar seit Jahren für bessere Arbeits- und Menschenrechtsstandards in den Ländern des Südens ein, Karin Deraëd, Beauftragte für Brot für die Welt in Bayern, machte jedoch deutlich, dass gerade kleinere Produzenten in den Ländern des Südens durch das Abkommen von dem gemeinsamen Markt ausgeschlossen werden könnten, weil sie die Normvorgaben nicht erfüllen.

Thomas Krämer vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) kritisierte, dass erklärtes Ziel des Abkommens sei, Wirtschaftswachstum in den USA und der EU zu fördern, dass aber nicht gefragt werde, welche Form des Wachstums eigentlich nachhaltig sei. Die breite gesellschaftliche Diskussion hat inzwischen dazu geführt, einige oft beklagten Demokratiedefizite der Verhandlungen zu verringern: Die Europäische Kommission stellt inzwischen alle Texte im Internet zur Verfügung, die Ratifizierung des Abkommens durch die nationalen Parlamente, so Stefan Albat, sei inzwischen fest vorgesehen.

Ausführliche Positionspapiere der drei Organisationen finden Sie unter folgenden Links:

Positionspapier des kda-EKD

Positionspapier von Brot für die Welt

Eine neue Plattform für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU), auf der diese sich gegen TTIP, CETA und TiSA aussprechen können, findet sich unter http://www.zivilcourage-roth-schwabach.de/firmen-gegen-ttip.html Sobald genügend Firmen gezeichnet haben, werden diese Liste die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin bekommen.

(Foto von links: Wolfgang Schürger, Karin Deraëd, Thomas Krämer, Stefan Albat, ©Hilmar Mante)