Dienstag, 12 November 2019
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Umweltmanagement

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Umweltmanagement spart mehr als 400.000 Euro jährlich ein

Sieben Jahre nach der Empfehlung der Landessynode, Umweltmanagement einzuführen, nehmen rund 150 Gemeinden und Einrichtungen am "Grünen Gockel" bzw. "EMAS" teil. Eine ausreichende Basis, um einmal zu berechnen, was Umweltmanagement finanziell "bringt".

Von 83 Gemeinden und Einrichtungen liegen Daten von 2010 bis 2013 vor, welche die Arbeitsstelle Umweltmanagement ausgewertet hat. Der Verbrauch von Wärmeenergie ist demnach um 24 Prozent, der Stromverbrauch um knapp 23 Prozent gesunken. In Euro ausgedrückt bedeutet das, dass die Gemeinden und Einrichtungen ihren Haushalt um gut 160.000 Euro Stromkosten und um gut 240.000 Euro Heizkosten entlasten.

"Das spürt man zunächst im Einzelhaushalt", sagt Wolfgang Schürger, der landeskirchliche Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung. "Aber Finanzchef und Finanzausschuss der Synode lehren uns seit Jahren, gesamtkirchlich zu denken - natürlich wird auch die Gesamtbilanz der Landeskirche damit um 400.000 Euro entlastet."

Eine Übersichttabelle aus dem grünen DatenkontoDie Arbeitsstelle Klimacheck und Umweltmanagement ist durch die Beschlüsse der Klimasynode im April 2009 gegenwärtig nur bis Oktober 2017 gesichert. Die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten in den Kirchenkreisen und Dekanatsbezirken, die selber viel zum Erfolg des Grünen Gockels beigetragen haben, fordern daher in einer Eingabe an die Frühjahrssynode 2016, die Arbeitsstelle zu verstetigen. "Es ist an der Zeit, dass die Synode die Umweltarbeit allgemein und insbesondere das Umweltmanagement als strategische Zukunftsaufgabe erkennt", ist Karl Fischer überzeugt, ehrenamtlicher Umweltbeauftragter für den Kirchenkreis München und Oberbayern. "Wenn jede Gemeinde Umweltmanagement einführt, dann dient das der Zukunftsfähigkeit der Kirche: es schafft finanziellen Handlungsspielraum, wir bleiben in der Gesellschaft glaubwürdig - und es ist ein Beitrag zum Gemeindeaufbau: In der Umweltarbeit engagieren sich Menschen, die vorher oft eher am Rand der Kirchengemeinde standen!"

Gerd-Otto Eckstein kann das bestätigen. Als Werksleiter bei OSRAM hat er Jahre lang Umweltmanagementsysteme an den weltweiten Standorten des Lichtspezialisten eingeführt. Die Umweltarbeit in seinem Dekanatsbezirk zu koordinieren und Kirchengemeinden bei der Einführung des Grünen Gockels zu begleiten, ist für ihn eine erfüllende Aufgabe im Ruhestand. "Wichtig ist, dass man dabei nicht das Gefühl hat, allein zu sein", sagt er, "Bernd Brinkmann, Wolfgang Schürger und Hilde Seichert leisten eine hervorragende Begleitung und Unterstützung. Und in der Vernetzung mit anderen ehrenamtlichen Umweltbeauftragten merkt man, wo es bei anderen hakt und was man von ihnen lernen kann."

Widerstände gibt es in der Arbeit natürlich immer wieder - aber spätestens, wenn der Kirchenvorstand so deutlich vor Augen geführt bekommt wie in Solln, was der Gemeinde die Arbeit dies Umweltteams finanziell "bringt", dann ist das Eis gebrochen. Christina Mertens, kirchliche Umweltauditorin, hat die Übersicht für Solln zusammen gestellt und dem Kirchenvorstand präsentiert.

Dateien:
Einsparungen Solln Beliebt

Eine Zusammenstellung von Christina Mertens über die Einsparungen durch die Umweltarbeit.

Datum Sonntag, 17. April 2016 12:28 Dateigröße 47.93 KB Download 2.675 Download

Bernd Brinkmann, Leiter der Arbeitsstelle Umweltmanagement, sieht sich durch die neuen Zahlen bestätigt: "Synoden-Vizepräsident Schnell hat völlig recht, wenn er in umwelt-mitwelt-zukunft Nr. 72 fordert, dass jede Kirchengemeinde Umweltmanagement einführen soll! Ich verstehe nicht, warum die Kirchenleitung so zurückhaltend ist, das den Gemeinden vorzuschreiben - in Württemberg geht das auch!" (Dort hat die Synode vor Jahren die Gemeinden verpflichtet, ein Energiemanagement einzuführen.)

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Marcel Huber lobt den Grünen Gockel

Marcel Huber im Gespräch mit Christina Mertens

Mit Festakt und Markt der Partner der Klimaallianz begann am Samstag, den 12. Juli, auf der Landesgartenschau in Deggendorf die Bayerische Klimawoche. "Das breite Bündnis der Klimaallianz zeigt, dass Menschen an allen Orten der Gesellschaft etwas dazu beitragen können, den Klimawandel zu begrenzen.", betonte der Bayerische Umweltminister, Marcel Huber. Ausdrücklich lobte der das Engagement der kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen: "Der Grüne Gockel führt dazu, dass sich Menschen überall in Bayern fragen, wie sie selber umweltbewusst leben können."

(Im Bild: Marcel Huber im Gespräch mit Christina Mertens, interessiert beobachtet von Monika Kratzer, Abteilungsleiterin im Umweltministerium, und Wolfgang Schürger. Foto: Hildegard Seichert)

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Großer Bahnhof für den Grünen Gockel in Waldkraiburg

Umweltteam und Festgäste in Waldkraiburg„So gut vernetzt sind wenige Gemeinden in unserem Dekanat.“ Dekan Peter Bertram (3.v.li) war sichtbar stolz über die vielen politischen Würdenträger, die am 15. Dezember der Kirchengemeinde Waldkraiburg zur Zertifizierung mit dem Grünen Gockel gratulierten: Staatsminister Marcel Huber (vorne Mitte) betonte die Bedeutung der Kirchen als Vorbilder und Multiplikatoren des Klimaschutzes, Landrat Georg Huber (vorne rechts) bot die enge Zusammenarbeit und die Unterstützung durch die Klimaschutzmanager des Landkreises Mühldorf an, Bürgermeister Siegfried Klika (2.v.li.) freute sich, dass die Kirchengemeinde das Geothermie-Netz der Stadt nutzt.

Das Umweltteam (vorne mit Urkunde sein Sprecher Hans-Gerhard Mühlstädt) hat die Größe eines Fußballteams!

Foto: Dietmar Heller

  • Geschrieben von Bernd Brinkmann

Nun sind es über 100!

Die 100. Gemeinde mit dem grünen Gockel Floß in der Oberpfalz

In den Reihen der Einrichtungen, die auf dem Weg zum Grünen Gockel sind, dürfen wir nun auch die einhunderste Kirchengemeinde begrüßen. Unser Glückwunsch geht nach Floß in der Oberpfalz. Als kleines Dankeschön lösen wir unser Versprechen ein, dass die Kirchengemeinde eine einhundertprozentige Förderung erhält.

Das Umweltteam ist zusammen mit Pfarrerin Lisa Weniger und der kirchlichen Umweltauditorin Carmen Riebl schon fleißig bei der Arbeit. Derzeit werden die Schöpfungsleitlinien erstellt. Die Auftaktveranstaltung findet am 26.1.2014 mit Gottesdienst und Kirchenkaffee statt. Über ein paar Gäste wird sich die Kirchengemeinde sicher freuen. Deshalb herzliche Einladung. 

Auf den Bildern sind die Kirche und das Umweltteam zu sehen.

  • Geschrieben von Wolfgang Schürger

Kick-Off für den Grünen Gockel in der brasilianischen Partnerkirche

Gruener Gockel Blumenau 2Rund 30 Mitglieder des Kirchenkreises Vale do Itajaí liessen sich auch durch den brasilianischen Unabhängigkeitstag nicht davon abhalten, ein Seminar zu besuchen, mit dem der Grüne Gockel endgültig in der brasilianischen Partnerkirche gelandet ist. Synodalpfarrer Breno Willrich machte gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, warum der zweitgrösste Kirchenkreis der brasilianischen Lutheraner sich zukünftig stärker um die Umweltbilanz seiner Arbeit kümmern will: "Als unsere Vorfahren vor 150 Jahren hier ankamen, waren sie überwältigt von der Fülle des tropischen Waldes. Aber in weniger als zwei Jahrhunderten haben wir es geschafft, diese Fülle so zu reduzieren, dass unsere eigene Lebensgrundlage bedroht ist." Nélcio Lindner, Umweltwissenschaftler aus Blumenau, konnte dies mit eindrücklichen Beispielen aus dem atlantischen Küstenwald belegen. "Wir haben hier die höchste Artendichte der Welt - aber oft nur wenige Exemplare einer Art. Schon eine kleine Rodung kann hier schlimmen Schaden anrichten."

Die Gemeinden im Vale do Itajaí wollen daher in Zukunft das Verantwortungsbewusstsein ihrer Mitglieder schärfen und selber mit gutem Beispiel voran gehen. Das neue Wohn- und Verwaltungsgebäude des Kirchenkreises zum Beispiel wird Sonne und Schatten optimal nutzen, um Heiz- und Kühlaufwand zu minimieren. Ausserdem plant Breno Willrich das Haus über Solarthermie mit Warmwasser zu versorgen.

Wolfgang Schürger, der Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung, der den Kirchenkreis bei diesem wichtigen Schritt begleiten konnte, war begeistert von den Tagen in Blumenau: "Hier zeigt sich, wie viele Früchte unsere Partnerschaftsarbeit trägt. Der Synodalpfarrer kann stolz auf seinen Kirchenkreis sein: Ich habe so viele engagierte Leute erlebt, da wird es bestimmt gelingen, ein umweltfreundlicher Kirchenkreis zu werden."

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