Samstag, 26 September 2020
A+ R A-

Gottesdienste in unseren Kirchen finden landauf, landab wieder statt - jedoch unter verschärften Hygiene-Bedingungen. Für die Abendmahlsfeier heißt das, entweder auf die Ausgabe von Wein bzw. Saft zu verzichten, die neuartigen Wein-Brot-Hostien des diakoneo Neuendettelsau zu verteilen oder Einzelkelche zu verwenden.

Doch wie steht es um deren Nachhaltigkeit? Christine Theilhammer-Dürr und ihr Kirchenvorstand aus Geilsheim wollten das ganz genau wissen, bevor sie eine entsprechende Anschaffung tätigten. Dass Plastik-Einmal-Becher nicht in Frage kommen, war von vornherein klar. Glas sah vielen zu sehr nach Schnapsglas aus, Edelstahl kam schnell als Alternative in den Blick. Stahlproduktion jedoch ist energieintensiv, die Weiterverarbeitung geschieht meist in Indien oder Asien, Regionen also, in denen immer noch Kinderarbeit anzutreffen ist.

Chutney-Dosen als Abendmahlsgefäße!"Ich will doch nicht, dass am 'Kelch des Heils' das Leiden von Kindern klebt", sagt die Pfarrerin - und fragte deswegen bei einschlägigen Herstellern nach. Ihr ernüchterndes Ergebnis: Keiner der Spezialanbieter konnte Auskunft über die ökologische und soziale Nachhaltigkeit seiner Produkte geben.

Fündig geworden ist die Gemeinde dann im Greenpeace-Warenhaus: "Die Chutney-Döschen haben die ideale Größe - in die Deckel können wir sogar schon die Hostien legen (im Bild deutlich zu erkennen). Die Austeilung geht dadurch garantiert kontaktlos.", schwärmt Theilhammer-Dürr. Sie hofft auf möglichst viele Nachahmer*innen!

Im Kirchenkreis Augsburg sind als Alternativen zu erleben: Likörbecher aus Waffeln und Weintrauben anstatt Wein, die Traube wird vor dem Gottesdienst mit einem Zahnstocher auf den Brotstücken befestigt.