Sonntag, 18 November 2018
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Solange Weltmarktorientierung, Wachstumsideologie und Kampf um Absatzmärkte die Richtung der Agrarpolitik bestimmten,  würden die Bauern nach wie vor in Richtung  Industrialisierung der Landwirtschaft gezwungen. Damit 2014 nicht ein weiteres Jahr zur Ausrottung bäuerlicher Familienbetriebe werde,   brauche es ein Umdenken bei den politisch Verantwortlichen. Die gesellschaftlichen Schutzgüter Boden, Wasser, Luft und  Artenvielfalt könnten durch eine verantwortungsvolle bäuerliche Landwirtschaft besser geschützt werden, als durch industriegleiche Landwirtschaftsstrukturen. Um eine Wettbewerbsgleichheit der bäuerlichen Landwirtschaft herzustellen, müssten die gesellschaftlichen Leistungen im ökologischen und sozialen Bereich entgolten, bzw. den industriellen  Betrieben  die Folgekosten für Umweltschäden angerechnet werden.

Gefordert wird von den Organisationen des Agrarbündnisses Bayern, dass alle agrarpolitischen Maßnahmen so zu gestalten seien, dass sie nicht weiter den Agrarindustriellen mehr nutzten als den bäuerlichen Familienbetrieben. Der Zugang zum Produktionsfaktor Boden sei angesichts von Bodenverbrauch und steigender Pachtflächenanteile,  auch in Europäischen Ländern, nicht dauerhaft sichergestellt.

Der Weltagrarbericht wurde  2008 von über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbankfertiggestellt. Er fasst den Stand des Wissens über die globale Landwirtschaft zusammen. Dieser Weltagrarbericht ist unbequem und alarmierend, warnt vor Irrwegen und zeigt Lösungen auf.

Der Weltagrarbericht sieht die Landwirtshaft am Scheideweg. Ein „weiter wie bisher“ sei nicht möglich. Die bäuerliche Landwirtschaft ist als der Schlüssel zur Sicherung der Ernährung – lokal und global - ausgemacht. Zur Verwirklichung der eigenständigen bäuerlichen Produktion braucht es Zugang zu Land, Saatgut, Wissen und Bildung, sowie den Ausbau von Verkehrswegen, Märkten und Rechtstaatlichkeit. Diskriminierung und lobbyhörige Regierungen sind die härtesten Feinde der bäuerlichen Bevölkerung. 

Mehr Infos siehe: www.weltagrarbericht.de